Der Reimkultur-Blog

In loser Folge nehmen wir hier Stellung zu Themen, die uns beschäftigen.

 
13. Oktober 2021

Konzerte durchführen - wie?

Reimkultur und das 2G-Optionsmodell

 

Eine Stellungnahme von Reimkultur und ein Kommentar von Geschäftsführer Sven.

Derzeit haben wir - also Bodo und Reimkultur gemeinsam mit den Veranstalter:innen seiner Konzerte - die Wahl zwischen drei verschiedenen Möglichkeiten, mit den anstehenden Konzerten zu verfahren. Leider ist keine von denen optimal, weil noch immer Pandemie-Bedingungen gelten, d.h. wir dürfen nicht einfach so einen ausverkauften Saal ohne Einschränkungen bespielen. Das heißt leider auch, dass wir es mit keiner der drei Varianten allen gleichermaßen recht machen können. Unsere Aufgabe besteht nun darin, die vergleichsweise beste Möglichkeit zu finden.

Verschiebung

Als Erstes können wir wie bisher auch die Konzerte weiter verschieben. Es würde bedeuten, dass es noch länger keine Konzerte von Bodo gibt und sich alle weiter gedulden müssen. Zugleich können wir alle keine Umsätze erwirtschaften und geraten damit immer weiter unter Druck, denn die staatlichen Hilfen laufen bald aus (und sind leider auch noch immer nicht im nötigen Umfang bei uns angekommen, doch das ist eine andere Geschichte ...). Ein zusätzliches Problem entsteht dadurch, dass wir vor lauter Verschiebungen und weiterhin bestehenden Auftrittsverpflichtungen keine neuen Auftritte anberaumen können und das Booking und Routing wahnsinnig kompliziert wird. Denn selbstverständlich lassen sich die Auftritte nicht so logistisch günstig verschieben, wie sie mal geplant waren. Bodo und das Team müssen dann u.a. von einem Tag auf den anderen quer durch die Republik reisen oder es muss ein Reisetag bezahlt werden.

3G-Option

Alternativ dazu können wir im sog. 3G-Verfahren die Veranstaltungen für Genesene, Geimpfte oder getestete Personen durchführen. Die Auflage ist dabei leider in den meisten Fällen (anders als in Köln Anfang September), dass im Saal Abstände eingehalten werden müssen. Im besten Fall können wir also den Saal halb füllen. Das bedeutet: bei einer eigentlich ausverkauften Show muss der Veranstalter alle Ticketkäufer:innen kontaktieren, eine Hälfte der Leute ausladen (mit Kaufpreiserstattung) und die andere Hälfte aufwendig auf die verbleibenden Sitze verteilen. Und das möglichst so, dass alle zufrieden sind - nahezu unmöglich! Diese Variante wäre für 50% der am Konzertbesuch interessierten Leute eine Enttäuschung, denn sie müssten weiter auf einen Auftritt von Bodo warten.
Leider lässt sich so ein Auftritt auch nicht wirtschaftlich durchführen, denn die Kosten überschreiten in aller Regel die Einnahmen, die man mit nur der Hälfte des Publikums erzielen kann. Bei dieser Variante wäre also nur die Hälfte des Publikums glücklich, aber Reimkultur, Bodo und die Veranstaltenden würden finanzielle Verluste machen.

2G-Option

Die dritte Möglichkeit ist das sogenannte 2G-Modell, das in vielen Bundesländern den Veranstalter:innen als Option angeboten werden. Das bedeutet, dass nur genesene oder geimpfte Menschen eingelassen werden dürfen. Wer also nur einen Test vorweisen kann, darf nicht dabei sein. Dafür wird den Veranstalter:innen erlaubt, jeden Platz zu besetzen und teilweise sogar auf Masken im Saal zu verzichten. Auf diese Weise sind Konzerte wirtschaftlich durchzuführen. Es würden in dem Fall weniger Menschen ausgeladen werden, da laut aktuellen Umfragen unserer Veranstalter:innen von denjenigen, die Kulturveranstaltungen besuchen (wollen), weit über 90% geimpft oder genesen sind. Wer nicht teilnehmen darf, erhält die Möglichkeit, das Ticket zurückzugeben und den Kaufpreis erstattet zu bekommen.

Diese Variante ist also die am wenigsten ausschließende. Leider ist sie nicht so gleichermaßen ausschließend wie das 3G-Modell, bei der die Grenze völlig wertfrei durch Abzählen gezogen wird, sondern nachgerade diskriminierend, weil eine persönliche Entscheidung oder sogar ein unverschuldetes Unvermögen (Menschen, die sich nicht impfen lassen können) dafür sorgen, dass sie ausgeschlossen werden.

Bitte informiert Euch auf jeden Fall bei jeder einzelnen Veranstaltung, was 2G dort konkret bedeutet. Denn zum Beispiel sind Minderjährige bis zum Alter von 7 Jahren kategorisch NICHT ausgeschlossen, weil sie sich nicht impfen lassen können, und in Hamburg zum Beispiel dürfen auch ungeimpfte Jugendliche Veranstaltungen besuchen, weil offiziell noch nicht allen ein Impfangebot gemacht werden konnte. Ein verzwickte Lage.

Es gibt unterschiedliche Meinungen zu diesem Vorgehen. Einige halten 2G im Ganzen sogar für verfassungswidrig. Nach unserer Kenntnis wurden bereits Klagen eingereicht. Dem diametral gegenüber steht die Position, dass Ungeimpfte alle anderen gefährden und deswegen zu Recht von großen Menschenmengen ausgeschlossen werden sollten*.

Auch bei uns gibt es unterschiedliche Ansichten zu dieser Regelung. Vor allem die Tatsache, dass das Ausschließen der Ungeimpften den Veranstaltenden unter Androhung von wirtschaftlichen Verlusten überantwortet wird, anstatt dass von staatlicher Seite hier klare Regeln formuliert werden, sorgt für Unverständnis und Unmut. Es wird darauf verwiesen, dass die Veranstalter:innen ihr Hausrecht ausüben könnten und sollten. Tatsächlich haben sie darin aber keine Wahl, sondern werden durch wirtschaftlichen Druck dazu gezwungen, per Hausrecht zu diskriminieren. Eine Entscheidung gegen die 2G-Option bedeutet, Veranstaltungen nur mit herben Verlusten durchführen zu können.

Entsprechend entscheiden sich die meisten Veranstalter:innen für die 2G-Option. Auch diejenigen, mit denen wir zusammenarbeiten. Da sie i. d. R. diejenigen sind, die das (größere) wirtschaftliche Risiko tragen und die Veranstaltung organisatorisch zu verantworten haben, überlassen wir ihnen auch diese Entscheidung und schließen uns ihr an. Schließlich sind wir vertraglich auch verpflichtet, den Auftritt durchzuführen, sobald die Veranstalter:innen diesen gewährleisten kann.

Wir können dieses Problem nicht innerhalb der Konzerveranstaltungswelt lösen; Boykotte und die kategorische Absage von Konzerten aus Protest gegen 2G sind für uns keine Lösung. Wir bemühen uns, andere Wege des Protestes und des Widerstands zu finden. Vorerst bitten wir Euch um Verständnis für die allgemeine Situation der Veranstaltungsbranche: es kann wieder losgehen, der Rahmen ist gesteckt. Und es erscheint in vielerlei Hinsicht sinnvoll, es jetzt erst mal so zu beginnen. Wir hoffen - wie so viele -, dass es bald der Einschränkungen nicht mehr bedarf. Und dass es eine Aufarbeitung der Maßnahmen im Hinblick auf ihre Rechtsstaatlichkeit und Verfassungsmäßigkeit gibt; dass nicht mehr nur ein kleiner Zirkel von Politiker:innen diese einschneidenden Entscheidungen trifft, sondern die vom Volk gewählten Parlamente im Ganzen. Und dass wir zu einer demokratischen Normalität zurückkehren, in der wir kritisch und offen mit dem Vergangenen umgehen und auch kritisch die kommenden Maßnahmen und Schritte begleiten und vollziehen können.

* Es gibt inzwischen Belege dafür, dass Geimpfte sich nicht seltener mit der vorherrschenden Delta-Variante anstecken und dann nicht weniger ansteckend für andere sind als Ungeimpfte (Quelle siehe unten).

Persönlicher Kommentar von Sven:

„Warum sollen die anderen für jemanden zahlen, der sich auch hätte impfen lassen können?“ fragte Jens Spahn, Noch-Bundesgesundheitsminister, in der „Hart-aber-fair“-Sendung am 30. August. Dieser Satz macht mich stutzig. Denn er rüttelt aus meiner Sicht an einer Grundfeste unserer Gesellschaft und sollte als Aussage eines Volksvertreters nicht unkommentiert bleiben.

Was würde dieser Satz in Hinsicht auf andere, die Gesellschaft belastende gesundheitliche Probleme bedeuten? Es gibt einige Beispiele, bei denen negative Folgen des Verhaltens Einiger für die eigene Gesundheit und die anderer deutlich eindeutiger durch Studien belegt und über einen längeren Zeitraum erforscht sind, als jene im Kontext von Corona-Impfungen. Rauchen zum Beispiel**. Oder der "Genuss" von Alkohol, wie es so schön heißt.

Viele sporttreibende Menschen – vor allem Extremsportler:innen - setzen sich einem Risiko für die eigene Gesundheit aus. Bislang wurde aber noch jeder dieser Menschen - sofern gesetzlich versichert - aus Mitteln der als Solidargemeinschaft bezeichneten Menge der durch die gesetzlichen Krankenkassen versicherten Menschen im Krankenhaus oder beim Arzt behandelt. Das ist die bisherige übereinkünftliche Auffassung unserer Gemeinschaft. Diese Menschen haben alle ihre Gründe dafür, sich dem Risiko auszusetzen, und egal, ob wir dies nachvollziehen können oder nicht: Es bleibt ihnen überlassen, sie werden geachtet und niemand weist sie an der Krankenhaustür oder in der Notaufnahme ab, wenn sie beispielsweise mit einem Herzinfarkt eingeliefert werden.

Manche dieser Menschen gefährden durch ihr gesundheitsgefährdendes Handeln sogar nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

Raucher:innen belasten ihre Kinder oder andere Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung durch Passivrauchen, Alkoholkonsument:innen belasten in leider nicht seltenen Fällen ihre Angehörigen durch psychischen Druck oder selbst durch Gewalt. An diesen Stellen sind wir empört und die Gesellschaft versucht - bei weitem noch nicht ausreichend - die Umwelt vor diesen Menschen zu schützen und sie selbst davon zu überzeugen, dass ihr Handeln schädlich ist. Und trotzdem werden sie nicht abgewiesen, wenn sie krank werden.

Wäre es so, dann würden sie damit beurteilt werden. Doch bislang gilt die Überzeugung, dass diese Dinge Privatsache sind und jeder Mensch sie eigenmächtig für sich (und damit eben auch für andere) entscheiden können sollte. Niemandem sollte ein Nachteil dadurch entstehen.

Wenn jetzt plötzlich die Devise gilt: "Er/sie hätte sich ja impfen lassen können [was freiwillig sein soll], wenn er/sie das nicht tut, dann muss er/sie nun für die Folgekosten aufkommen" (wie auch in der Diskussion um die Aussetzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bei ungeimpft an Corona Erkrankten zuletzt entschieden wurde), dann ist das genau so, als würde gesagt werden: "Die Raucher:innen haben ja eigenständig entschieden zu rauchen, jetzt behandeln wir sie nur noch, wenn sie das selbst bezahlen".

Ich denke, es wird klar, welcher moralische Höllenschlund sich dann auftut. Nicht nur, dass plötzlich entschieden werden muss, für welches Lebensrisiko wer welche Verantwortung übernehmen muss, sondern die Kosten müssten dann auch beziffert werden können. Rührt der Herzinfarkt nun nur vom Rauchen her oder gab es erbliche Vorbelastungen? Zu welchem Prozentteil? Zu dem müsste der Patient dann ja auch die Kosten tragen. Der totale Wahnsinn! Am Ende sogar ein totalitärer Wahnsinn.

Die Frage ist: wollen wir so leben? Ich finde nicht. Und ich denke, das ist auch nicht im Sinne unseres Wertes der Gleichbehandlung. Corona ist ein Lebensrisiko. Behandeln wir es auch so.

** Diese Analogie basiert auf der inzwischen bestätigten Erkenntnis (u.a. Studien der CDC und bestätigt durch die WHO), dass die Impfungen gegen SARS-CoV-2 seit Auftreten der Delta-Variante nur noch die Geimpften selbst und zwar vor einem schweren Verlauf von Covid-19 schützt. Sie sind aber genauso ansteckend wie ungeimpfte Personen, da sie sich selbst immer noch anstecken können, dann nur eine wenig verringerte Viruslast gegenüber Geimpften tragen und diese mit derselben Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit weitergeben wie Geimpfte. Die Impfung an sich ist also mithin nur noch ein Akt an sich selbst und nicht mehr an der Allgemeinheit.

Quellen:

Meredith McMorrow, internes CDC-Dokument: Ungeschwärztes CDC-Dokument im Original: Improving communications around vaccine breakthrough and vaccine effectiveness. (PDF) In: Washington Post, Echtheit bestätigt durch CDC (Reuters). 29. Juli 2021, abgerufen am 9. August 2021.

WHO: Weekly epidemiological update on COVID-19 – 24 August 2021 (Edition 54). In: Publications/Overview. who.int, 24. August 2021, S. 6, abgerufen am 29. August 2021 (englisch). “Table 2: Summary of phenotypic impacts of Variants of Concern, Delta: […] Transmissibility: Increased transmissibility and secondary attack rate, Similar transmissibility between vaccinated and unvaccinated individuals” (F. Campbell et al., 2021; DOI:10.1101/2021.07.31.21261387; DOI:10.1101/2021.07.07.21260122; DOI:10.15585/mmwr.mm7031e2)

 
 
21. September 2021

Alle fürs Klima! (Teil 2)

Foto: Stefan Müller; KlimaMontag, Berlin4Future & Fridays4Future,

Berlin, 06.09.2021

 

Bodo hat in seinem aktuellen Rundbrief (Nr. 264) einen zweiten Teil mit Informationen rund um das Thema Klima zusammengestellt. Hier der komplette Wortlaut mit allen weiterführenden Links im Text.

Alle fürs Klima! (Teil 2)

Als ich Anfang September für die KlimaMontag-Demo von Berlin4Future meine Lieder gespielt habe, lernte ich auch Rumen und Jacob kennen, zwei sehr sympathische junge Männer und - wie sich herausstellte - große Kenner meiner Lieder. Die beiden befinden sich seit dem 30.8. mit vier anderen jungen Menschen im Hungerstreik gegen den Klimakollaps. Sie hoffen auf ein zeitnahes Gespräch mit den drei Kanzlerkandidat:innen. Wer sich informieren und die Gruppe unterstützen möchte, kann das über die Webseite Hungerstreik der letzten Generation tun.

Reimkultur, meine Firma, beteiligt sich mit einer Klimaklage-Patenschaft an der Finanzierung der Klimaklagen gegen Unternehmen. Die Deutsche Umwelthilfe strengt diese Klagen gegen Unternehmen an,  die auf Kosten unserer Zukunft ihre klimaschädlichen Geschäfte machen. Hier findet Ihr Informationen zu den Klagen gegen Mercedes, BMW und Wintershall Dea.

Wenn ich über Klima spreche, dann denke ich auch an das gesellschaftliche Klima und da vor allem an Initiativen und Projekte, die sich dafür einsetzen, dass unsere Gesellschaft offen, freiheitlich und demokratisch bleibt und Neues, wie zum Beispiel Bürger:innenRäte - wie den BürgerRat Klima - oder das Grundeinkommen ausprobiert.

Den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung kennt Ihr sicher, es gibt ihn seit 2002. Ist Euch jedoch die Progressomaschine bekannt? Ich wurde über den Newsletter, der von mir unterstützten Initiative Offenen Gesellschaft e.V. auf diese Online-Wahlentscheidungshilfe aufmerksam. Ein breites Bündnis von mehr als 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen hat an der Entwicklung der Progressomaschine mitgewirkt und diese steht nun als Entscheidungshilfe zur Wahl für Euch zur Verfügung. Lest kurz rein unter "Was macht Politik für mich?", dann versteht Ihr, warum genau die ausgewählten Themen Schwerpunkte der Progressomaschine bilden.

Das Thema Grundeinkommen ist ja auch noch da! Darüber informiert Euch die Expedition Grundeinkommen! Über die kommenden Termine - Basic Income March (25.9.); Berliner Grundeinkommenswochenende & Sammelwochenende in Bremen (beide 24.-26.9.) -  informiert Euch dieser Überblick. Übrigens, Expedition Grundeinkommen ist für den Deutschen Engagement-Preis nominiert. Und Ihr könnt mit abstimmen.

Damit etwas gegen Verbrechen von religiösen Fanatikern getan werden kann, ist es wichtig zu verstehen, wie Extremismus entsteht. Was sind u.a. die gesellschaftlichen und sozialpsychologischen Aspekte? Der Verein INSIDE OUT bietet deutschlandweit Radikalisierungsprävention für Jugendliche und junge Erwachsene an. Ich halte diese Arbeit - durch Bildung, Forschung und Kunst präventiv zu wirken - für sehr unterstützenswert und spende daher alle Einnahmen aus dem Verkauf meines Liedes "Die heiligen Schriften 2.0." an INSIDE OUT. Einen Überblick über die Programme, die INSIDE OUT anbietet, bietet Euch ebenfalls deren Homepage.

Schon im Mai, genauer am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, starteten in Bochum die Gewerkschaften, der Kinder- und Jugendring und das Bündnis gegen Rechts gemeinsam die Kampagne „Bundestag nazifrei! Keine Stimme für AfD und andere Rassisten!“ Wenn Ihr Lust habt, so könnt Ihr die Botschaft weiterverbreiten. Hier gibt es Logos für Eure Websites und Videos von engagierten Menschen zum Teilen.
Argumente und Informationen bietet auch die Website Aufstehen gegen Rassismus - das Stammtischkämpfer*innen-Seminar kann ich empfehlen, da mein Team und ich es bereits gemacht haben - sowie die empfehlenswerte Broschüre „Demokratie verteidigen – Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AfD“, der Amadeu Antonio Stiftung. Hier das PDF der Broschüre.

Und wie bereits bei Alle fürs Klima! (Teil 1) möchte ich Euch sagen, das sind viele Informationen auf einmal, ja,  und die Themen sind komplex und vielschichtig. Auch ich habe mich nicht allem gleichzeitig gewidmet, sondern Stück für Stück, mal intensiver, mal nur im Überblick. Es ist mir ein Anliegen, diese Dinge mit Euch zu teilen.

Und, Termin vormerken: Am 24. September ist GLOBALER KLIMASTREIK. Fridays4Future ruft dazu auf, dass wir uns #AlleFürsKlima einsetzen. Zwei Tage vor der Bundestagswahl heißt es erneut: international & lokal für Klimaschutz & Klimagerechtigkeit demonstrieren. Hier findet Ihr die Forderungen an die Politik zum Nachlesen.

Nachtrag der Redaktion. Hier ein kurzer Überblick über die Lieder von Bodo, die einen Spendenzweck haben.

Das System / Eckiger Tisch e.V.

Nicht in meinem Namen / Ärzte ohne Grenzen

Das Grundgesetz / Offene Gesellschaft e.V.

Die heiligen Schriften 2.0 / INSIDE OUT e.V.

Hambacher Wald / Greenpeace

Das Land, in dem ich leben will / Amnesty International

 
 
7. September 2021

Alle fürs Klima! (Teil 1)

 

Bodo hat in seinem aktuellen Rundbrief (Nr. 263) einen ersten Teil mit Informationen rund um das Thema Klima zusammengestellt. Hier der komplette Wortlaut mit allen weiterführenden Links im Text.

Alle fürs Klima! (Teil 1)

Am 24. September ist GLOBALER KLIMASTREIK. Fridays4Future ruft dazu auf, dass wir uns #AlleFürsKlima einsetzen. Zwei Tage vor der Bundestagswahl heißt es erneut: international & lokal für Klimaschutz & Klimagerechtigkeit demonstrieren. Hier findet Ihr die Forderungen an die Politik zum Nachlesen.

informativ, wichtig, unterstützenswert

Mich erreichen viele Anfragen, ob ich mich nicht auf diese oder jene Art für sozial- oder klimapolitische Themen einsetzen kann. Im Rahmen meiner Möglichkeiten tue ich das, jedoch kann ich nicht jedem Wunsch nach einem Protestsong, einer Schirmherrschaft oder einer Instagram-Challenge nachkommen, aber gerne stelle ich Euch Aktionen und Projekte vor, die ich für informativ, wichtig und unterstützenswert halte.

Klimawahl

Die nächsten vier, fünf Jahre beziehungsweise unser Handeln und das unserer politischen Stellvertreter:innen sind entscheidend dafür, dass wir das 1,5 Grad-Ziel erreichen. Deshalb wird von vielen Menschen die kommende Bundestagswahl auch als Klimawahl betrachtet, da mit ihr auch die zukünftige Klimapolitik mitbestimmt werden kann.

Klimawahlcheck

Die Klima-Allianz Deutschland, GermanZero und der NABU haben die Wahlprogramme der großen Parteien im Hinblick auf ihre Klimaschutzpolitik ausgewertet. Hier könnt Ihr Euren Klimawahlcheck machen.

Klimawettbewerb

Die Franz Mensch Klima Stiftung hat auf der Webseite Klimawahl 2021 - Es brennt! neben einer Klimamediathek und einem Infocenter - die Material über den Klimawandel hier bei uns bereithalten - auch einen Wettbewerb gestartet. Der Klimawettbewerb läuft noch bis zum 22. September und findet auf TikTok und Instagram statt und jede:r kann mitmachen.

Neustart Klima - vier Projekte

Campact hat im März unter dem Motto Neustart Klima einen Hackathon veranstaltet, in dessen Verlauf vier Projekte entwickelt und ausgewählt wurden, die Debatten zum Klima anstoßen und vor allem unentschiedene Wähler:innen erreichen soll. Diese Projekte sind: #WirStimmenZusammen, Ohne Kerosin Nach Berlin, #DeinPlakatFürUnsereZukunft und Gebäudeprojektionen.

Bürgerrat Klima - das Gutachten

Der Bürgerrat Klima veröffentlichte heute hier sein Bürgergutachten mit Handlungsempfehlungen zum Thema Klima. 160 ausgeloste Menschen haben in 12 Sitzungen von April bis Juni mit Unterstüzung aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft unter der Fragestellung: Wie gestalten wir Klimapolitik? Gut für uns, gut für unsere Umwelt und gut für unser Land? nach Antworten gesucht. Hier findet Ihr den YouTube-Kanal zum Bürgerrat Klima. Bevor Ihr stöbert, schaut vielleicht zunächst das Video des Klimaforscher Prof. Dr. Wolfgang Lucht zu den Ergebnissen des Bürgerrats Klima, das ist eine kurze, klare Rede, die einen guten Einblick schafft.

Ihr habt keinen Plan darum machen wir einen

Und an dieser Stelle schließen möchte ich mit einem Buchtipp. Ihr habt keinen Plan darum machen wir einen - dieses Buch wurde mir bereits zum Erscheinen 2019 ans Herz gelegt. Die jungen Aktivist:innen des Jugendrates der Generationen Stiftung stellen in den Beiträgen des Buches Forderungen auf und Lösungsvorschläge vor, wie unsere Zukunft gerettet werden kann. Wir alle tragen Verantwortung und Harald Lesch, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist, sagt: "Mit dem Weiter-so-wie-bisher muss jetzt Schluss sein! Diesen Aufruf, samt Plänen zur Umsetzung für eine gerechte und ökologisch handelnde Gesellschaft, finden Sie in diesem Buch".

Ja, ich weiß, das sind viele Informationen, aber das Thema ist komplex und zugleich ist es wert, von unterschiedlichen Seiten betrachtet und mitgestaltet zu werden.

 

 
 
12. Juli 2021

Konzertverschiebungen

Konzertverschiebungen

 

Konzerte werden immer noch verschoben? Warum?

Dieser Tage erleben wir die Wiedereröffnung von Museen, Konzerthäusern und Kinos, also von Orten, an denen sich viele Menschen (theoretisch) treffen dürfen, um gemeinsam Kultur zu erleben.

Trotzdem werden nach wie vor Konzerte von Bodo verschoben, und zwar teilweise weit ins kommende Jahr hinein. Warum ist das so, was sind die Hintergründe?

Eine Erläuterung

Im privatwirtschaftlichen, also nicht staatlich-subventionierten Kulturbereich, sind die meisten Veranstaltungen - und so auch unsere Konzerte - erst ab einer Auslastung von zwischen 65 und 75% wirtschaftlich. D.h. es können so viele Einnahmen erzielt werden, dass die Kosten gedeckt sind und alle Beteiligten mit dem Mindestmaß honoriert werden können. Ausnahmen gibt es in beide Richtungen, zumal das ein Durchschnitt ist. Landet eine Veranstaltung bei nur 50%, muss die nächste Veranstaltung rechnerisch schon 80-90% ausgelastet sein.

Eine solche Auslastung ist unter den derzeit gültigen Hygienebedingungen noch nicht erreichbar. Das ist der erste Grund, warum Bodos Konzerte aktuell noch nicht stattfinden können.

Hygieneregeln und Sitzplätze

In Kinos muss (je nach Bundesland) zwischen jedem Platz oder jeder zusammengehörigen Besuchergruppe ein Sitz Abstand bleiben. Im schlechtesten Fall bedeutet das eine Auslastung von nur 50%. Wenn immer 2 zusammen sitzen und ein Platz frei bleiben muss, könnte eine Auslastung von 66% erreicht werden, bei noch größeren Gruppen auch mal mehr.

Im Gegensatz zu Bodos Konzerten waren Kinokarten aber nicht schon vor einem oder anderthalb Jahren auf dem Markt. Bodos Konzerte verkaufen sich i.d.R. "von vorne nach hinten", d.h. in der Mehrheit gehen die Karten von der 1. Reihe aus nach hinten über die Onlineportale an die Kund:innen - die Gäste wollen einfach die bestmöglichen Plätze. Wenn ein Konzert also schon zu 65% ausgebucht wäre, dann müsste man diese Menschen alle umplatzieren. Das wäre mit einem enormen Aufwand verbunden, weil ja zusammen erstandene Tickets auch zusammenhängend umgesetzt werden sollten. Allen Kund:innen müsste dann dieses Angebot gemacht werden und sie müssten zustimmen oder ablehnen, denn sie alle hatten ja andere Plätze gekauft. Da man auch reihenweise Plätze in andere Preiskategorien zu verschieben hätte, müssen dann auch noch Teilerstattungen angewiesen werden, über all die verschiedenen Zahlungswege, die es gibt.

Ein Versuch

Wir hatten das letztes Jahr mal ausprobiert, als wir einen Auftritt in Dortmund auf 3 Abende verteilt hatten, es hat Wochen gekostet! Und am Ende waren viele Zuschauer:innen gar nicht gekommen, weil sie sich darauf nicht einlassen wollten. So rutscht man schnell unter die magische Grenze von 65% Auslastung.

Abgesehen davon ist so etwas mit Konzerten, die schon weiter ausgelastet sind, gar nicht möglich, weil dann Abstände nicht eingehalten werden können. D.h. ausgerechnet die am besten verkauften Konzerte, auf die sich die meisten Menschen freuen, müssen vor allem und sicherheitshalber am weitesten ins Jahr 2022 verschoben werden!

Zwickmühle

Von einem Veranstaltungsort, der normalerweise 1.800 Plätze fasst, und der ausverkauft ist, wissen wir, dass sie aktuell von der Behörde eine Genehmigung zum Betrieb mit 1.000 Plätzen für den September erhalten haben. Was sollen wir denn aber mit den 800 Menschen machen, die darüber hinaus Karten gekauft haben? Wer will entscheiden, wer Zuhause bleiben muss und wer kommen darf?

Aktuell kann noch niemand voraussagen, wann man wieder in vollen Sälen spielen kann! Einige prognostizieren schon die vierte Welle im Herbst, also legt man natürlich keine Konzerte in den Zeitraum September bis Februar. Wir selbst rechnen, wie viele in der Branche, mit einer Erholung erst nach dem Winter, also ab März 2022. Die meisten Konzertveranstalter:innen haben ihre Konzerte vorsorglich schon bei der ersten Verlegung ins Jahr 2022 verlegt. Wir waren etwas optimistischer und haben erst einmal 2021 angepeilt. Dass sich das jetzt nicht bewahrheitet, tut uns leid, liegt aber nicht in unserem Einflussbereich.

2022 ausgebucht

Darüber hinaus sind aber die meisten Hallen im Jahr 2022 restlos ausgebucht. Zum Glück hat unsere Bookerin schon sehr früh mit einigen Veranstalter:innen Optionen für die Verschiebungen ins Jahr 2022 ausgemacht, so dass wir überhaupt noch Termine im Jahr 2022 anbieten können, wenn es 2021 nicht klappen sollte. Ansonsten müssten wir schon jetzt sicherlich auf das Jahr 2023 verschieben ... oder ganz absagen.

Geduld

Insgesamt ist das noch immer eine unglückliche Situation, für alle Beteiligten. Weder Bodo noch Ihr noch wir alle sollten so lange auf die Auftritte warten müssen. Aber eine reine Inzidenz von 0 hat bislang noch nicht ausgelöst, dass wir unter normalen, für uns wirtschaftlichen Bedingungen arbeiten können. Darauf müssen wir noch warten. Und dabei bitten wir Euch wieder mal, immer noch, ausdauernd um Geduld. Danke! Sven

 

INSIDE OUT: XGames
FLYER XGames (PDF-Datei 1.463 KB)

INSIDE OUT: XGames mit Dialogsession
XG mit Dialogsession (PDF-Datei 65 KB)

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