Der Reimkultur-Blog

In loser Folge nehmen wir hier Stellung zu Themen, die uns beschäftigen.

 
12. Juli 2021

Konzertverschiebungen

Konzertverschiebungen

 

Konzerte werden immer noch verschoben? Warum?

Dieser Tage erleben wir die Wiedereröffnung von Museen, Konzerthäusern und Kinos, also von Orten, an denen sich viele Menschen (theoretisch) treffen dürfen, um gemeinsam Kultur zu erleben.

Trotzdem werden nach wie vor Konzerte von Bodo verschoben, und zwar teilweise weit ins kommende Jahr hinein. Warum ist das so, was sind die Hintergründe?

Eine Erläuterung

Im privatwirtschaftlichen, also nicht staatlich-subventionierten Kulturbereich, sind die meisten Veranstaltungen - und so auch unsere Konzerte - erst ab einer Auslastung von zwischen 65 und 75% wirtschaftlich. D.h. es können so viele Einnahmen erzielt werden, dass die Kosten gedeckt sind und alle Beteiligten mit dem Mindestmaß honoriert werden können. Ausnahmen gibt es in beide Richtungen, zumal das ein Durchschnitt ist. Landet eine Veranstaltung bei nur 50%, muss die nächste Veranstaltung rechnerisch schon 80-90% ausgelastet sein.

Eine solche Auslastung ist unter den derzeit gültigen Hygienebedingungen noch nicht erreichbar. Das ist der erste Grund, warum Bodos Konzerte aktuell noch nicht stattfinden können.

Hygieneregeln und Sitzplätze

In Kinos muss (je nach Bundesland) zwischen jedem Platz oder jeder zusammengehörigen Besuchergruppe ein Sitz Abstand bleiben. Im schlechtesten Fall bedeutet das eine Auslastung von nur 50%. Wenn immer 2 zusammen sitzen und ein Platz frei bleiben muss, könnte eine Auslastung von 66% erreicht werden, bei noch größeren Gruppen auch mal mehr.

Im Gegensatz zu Bodos Konzerten waren Kinokarten aber nicht schon vor einem oder anderthalb Jahren auf dem Markt. Bodos Konzerte verkaufen sich i.d.R. "von vorne nach hinten", d.h. in der Mehrheit gehen die Karten von der 1. Reihe aus nach hinten über die Onlineportale an die Kund:innen - die Gäste wollen einfach die bestmöglichen Plätze. Wenn ein Konzert also schon zu 65% ausgebucht wäre, dann müsste man diese Menschen alle umplatzieren. Das wäre mit einem enormen Aufwand verbunden, weil ja zusammen erstandene Tickets auch zusammenhängend umgesetzt werden sollten. Allen Kund:innen müsste dann dieses Angebot gemacht werden und sie müssten zustimmen oder ablehnen, denn sie alle hatten ja andere Plätze gekauft. Da man auch reihenweise Plätze in andere Preiskategorien zu verschieben hätte, müssen dann auch noch Teilerstattungen angewiesen werden, über all die verschiedenen Zahlungswege, die es gibt.

Ein Versuch

Wir hatten das letztes Jahr mal ausprobiert, als wir einen Auftritt in Dortmund auf 3 Abende verteilt hatten, es hat Wochen gekostet! Und am Ende waren viele Zuschauer:innen gar nicht gekommen, weil sie sich darauf nicht einlassen wollten. So rutscht man schnell unter die magische Grenze von 65% Auslastung.

Abgesehen davon ist so etwas mit Konzerten, die schon weiter ausgelastet sind, gar nicht möglich, weil dann Abstände nicht eingehalten werden können. D.h. ausgerechnet die am besten verkauften Konzerte, auf die sich die meisten Menschen freuen, müssen vor allem und sicherheitshalber am weitesten ins Jahr 2022 verschoben werden!

Zwickmühle

Von einem Veranstaltungsort, der normalerweise 1.800 Plätze fasst, und der ausverkauft ist, wissen wir, dass sie aktuell von der Behörde eine Genehmigung zum Betrieb mit 1.000 Plätzen für den September erhalten haben. Was sollen wir denn aber mit den 800 Menschen machen, die darüber hinaus Karten gekauft haben? Wer will entscheiden, wer Zuhause bleiben muss und wer kommen darf?

Aktuell kann noch niemand voraussagen, wann man wieder in vollen Sälen spielen kann! Einige prognostizieren schon die vierte Welle im Herbst, also legt man natürlich keine Konzerte in den Zeitraum September bis Februar. Wir selbst rechnen, wie viele in der Branche, mit einer Erholung erst nach dem Winter, also ab März 2022. Die meisten Konzertveranstalter:innen haben ihre Konzerte vorsorglich schon bei der ersten Verlegung ins Jahr 2022 verlegt. Wir waren etwas optimistischer und haben erst einmal 2021 angepeilt. Dass sich das jetzt nicht bewahrheitet, tut uns leid, liegt aber nicht in unserem Einflussbereich.

2022 ausgebucht

Darüber hinaus sind aber die meisten Hallen im Jahr 2022 restlos ausgebucht. Zum Glück hat unsere Bookerin schon sehr früh mit einigen Veranstalter:innen Optionen für die Verschiebungen ins Jahr 2022 ausgemacht, so dass wir überhaupt noch Termine im Jahr 2022 anbieten können, wenn es 2021 nicht klappen sollte. Ansonsten müssten wir schon jetzt sicherlich auf das Jahr 2023 verschieben ... oder ganz absagen.

Geduld

Insgesamt ist das noch immer eine unglückliche Situation, für alle Beteiligten. Weder Bodo noch Ihr noch wir alle sollten so lange auf die Auftritte warten müssen. Aber eine reine Inzidenz von 0 hat bislang noch nicht ausgelöst, dass wir unter normalen, für uns wirtschaftlichen Bedingungen arbeiten können. Darauf müssen wir noch warten. Und dabei bitten wir Euch wieder mal, immer noch, ausdauernd um Geduld. Danke! Sven

 
 
8. Juli 2021

Spenden nein, Honorieren ja.

 

Liebe Fangemeinde, liebe Zuhörenden und Zuschauer:innen!

Vielen Dank, dass so viele von Euch beim Livestream des Werkstattkonzertes aus dem BKA dabei waren! Die Zuschauer:innenzahlen haben uns überrascht, wir hatten mit "Streamingmüdigkeit" nach über einem Jahr Pandemie gerechnet. Aber es schauten sogar mehr zu als beim letzten Stream aus dem BKA. Und da dies nach wie vor die einzige Konzertform ist, in der Bodo viele von Euch gleichzeitig erreichen kann, freut und erleichtert es uns sehr, dass Ihr dieses Angebot nach wie vor gerne und begeistert annehmt.

Feedback

Bodo hat sich sehr gefreut über die zahlreichen Rückmeldungen in den Chats der beiden Haupt-Streams, in seinem Gästebuch und per Mail. Viele konstruktive, schöne und hilfreiche Anmerkungen und Gedanken haben ihn erreicht und fließen nun in seine weiteren Überlegungen zu Song- und Projektideen mit ein. Es war eine Freude, Eure engagierte Teilnahme an Bodos Kunst zu erleben.

Spenden

Leider hat die Sache auch eine Schattenseite und vielleicht beruht diese auf einem Missverständnis, darum schreibe ich Euch. Wir hatten Euch berichtet, dass wir aufgrund des guten Abschneidens von Reimkultur bei der Überbrückungshilfe 3 keine Spenden mehr von Euch benötigen. Die Spenden sind auch ziemlich unmittelbar auf 0 gegangen, diese Mitteilung kam also an.

Als Spenden betrachten wir all jenes Geld, das ohne Bodos Zutun auf dem Konto landet, also als Bonus in den Onlineshop-Warenkorb gelegt wird oder ohne äußeren Anlass über Paypal bei uns ankommt.

Einnahmen

Hingegen hoffen wir darauf, dass durch Bodos Auftritte wieder Einnahmen generiert werden können. Das Werkstattkonzert wäre aus unserer Sicht so ein Fall gewesen, es passierte aber leider nicht. Im Schnitt konnten wir nur 2 Euro pro abgerufenem Stream - was ja nicht selten mehr als eine zuschauende Person bedeutet - einnehmen. Das war für den Aufwand und die Anzahl an Beteiligten leider etwas sehr wenig.

Im Spannungsfeld

Nun befinden wir uns natürlich in einem nicht ganz einfachen Spannungsfeld. Internetinhalte gelten seit jeher kategorisch als kostenlos (wobei man auch dabei die Sinnhaftigkeit ernsthaft infrage stellen sollte), Spenden brauchen wir nicht mehr, zugleich wurde hier ein vollwertiges Konzert auf die Beine gestellt und obendrein noch mit viel Einsatz von Menschen und Technik in die Wohnzimmer gebracht ... und wir alle wissen ja, was eine Konzertkarte normalerweise kostet.

Beim nächsten Mal

Wir hoffen, dass auch mit Onlinekonzerten die Kunst von Bodo weiter honoriert wird. Wir brauchen keine Spenden, aber wir sind angewiesen auf Erlöse aus Bodos und unserer Arbeit, um alle bezahlen zu können, die dazu beitragen, dass Bodos Kunst sicht- und hörbar wird, wie zum Beispiel demnächst bei den Streams zum Wandelmut-DVD-Konzert im September und dem Jubiläumskonzert im November.

Vielen Dank!
Sven

 
 
28. Juni 2021

Das kommende halbe Jahr bei Reimkultur

Das kommende halbe Jahr bei Reimkultur

 

Planung & Risiko

Vieles ist in Planung bei Bodo und bei Reimkultur. Ob und was davon wie umgesetzt werden kann, hängt nach wie vor maßgeblich vom Verlauf der Pandemie und den Reaktionen der politischen Entscheidungsträger:innen auf die Entwicklungen ab. Gerade Anfang Juni hat erst wieder eine neue Ankündigung für Unklarheit und Unruhe gesorgt, der sog. "Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltung". Die Idee ist super, es sollen Risiken abgefedert werden, die beim Veranstalten von Konzerten und anderen kulturellen Ereignissen durch pandemiebedingten Ausfall oder Mindereinnahmen entstehen. Doch die Umsetzung erscheint sehr kompliziert und ist ebenfalls mit Unwägbarkeiten versehen, und so müssen wir hier abwarten, wie sich die hiesigen Veranstalter:innen entscheiden: nehmen sie das Risiko auf sich, oder nicht. Bislang haben wir nur wenige Zusagen, dass bestimmte Konzerte im Herbst wirklich stattfinden sollen.

MAM - Carolin Kebekus - SchönenGutenA-Band - Open Airs

Und so bleibt uns, die Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen, während wir zugleich flexibel genug sein müssen, alle unsere Pläne von einer Woche zur anderen umzustellen, über den Haufen zu werfen, neu zu organisieren. Zum Glück ist die Auswahl an Vorhaben recht groß, da die Kreativität vor allem von Bodo weiterhin ungebremst ist. Und so habt Ihr gerade in letzter Zeit oft und sehr spontan Infos von uns bekommen, dass wiedermal etwas fertig war, veröffentlicht wurde, sich Eure Aufmerksamkeit wünschte. Da war "Das System", was dann gleich noch spontan in einer "Kebekus-Fassung" vorlag und damit zumindest auf den Streaming-Portalen sogar die Urfassung überholt hat. Auftritte mit MAKE A MOVE häufen sich, letzten Samstag und Sonntag waren die Band und Bodo in der Elbphilharmonie zu sehen! 14 Open Airs gingen in den Vorverkauf, darunter sogar, Mitte Juni, ein Auftritt aus der geplanten Tour mit der SchönenGutenA-Band. Und plötzlich ist sogar das BEST OF-Konzert von The Capital Dance Orchestra möglich und wir hören Bodo endlich mal wieder mit diesem tollen Orchester.

Aufzeichnung von Wandelmut

Neben all diesen spontanen Ereignissen arbeiten wir kontinuierlich an einigen Projekten, von denen ich Euch ein paar vorstellen will. Bodo hat das auch letzte Woche in seinem Werkstattkonzert aus dem BKA getan, aber wer das verpasst hat oder alles noch mal kompakt nachlesen will, hat hier nun die Gelegenheit.

Das mit Abstand größte Projekt, das wir uns noch für dieses Jahr vorgenommen haben, ist die Aufzeichnung des Programms Wandelmut. Das ist, wie alle DVD-/Blu-ray-Projekte sehr umfangreich und kostspielig, weshalb das lange Zeit nicht möglich erschien. Nachdem nun aber der Fortbestand von Reimkultur grundlegend über die dritte Überbrückungshilfe gesichert ist und wir noch immer viele Eurer Spenden nicht ausgegeben haben, trauen wir uns so ein Projekt nun wieder zu. Die Aufzeichnung selbst, also den Dreh, finanzieren wir dabei aus Euren Spenden der vergangenen Monate. Zusätzlich werden wir wie bei "Antigone" 2019 zur Finanzierung des weiteren Produktionsverlaufs ein Crowdfunding starten. Allerdings gibt es diesmal nur ein Dankeschön: Tickets für die Aufzeichnung.

Ganz nah dran per Stream

Aufzeichnung? Tickets? Wie ist das gemeint? Das kann man sich in Corona-Zeiten natürlich fragen, und tatsächlich wird bei der Aufzeichnung kein Publikum im Saal sein. Wir konzipieren den Mitschnitt wie ein ganz besonderes PriWARTKonzErt: Bodo singt die ganze Zeit an Euch, an die Zuschauer:innen an den Bildschirmen, wie bei seinen PriWARTKonzertEn vom heimischen Flügel aus. Allerdings findet es in dem großartigen Bühnenbild und Lichtdesign von Wandelmut statt, das - pandemiebedingt - bislang nur wenige von Euch in Aktion gesehen haben, und das doch durchweg rasenden Applaus bekommen hat! Sechs Kameras werden für die Aufzeichnung bei Bodo sein. Und weil es bislang immer ganz besondere Live-Abende waren, wenn wir DVDs aufgezeichnet haben, und das auch diesmal sicher so sein wird, könnt Ihr doch dabei sein! Denn parallel zur Aufzeichnung werden wir den Abend streamen. Dafür steht sogar eine Extra-Kamera bereit, die zusätzlich ausschließlich hinter den Kulissen filmt und das auch nur für diesen Abend. Die Live-Zuschauer:innen bekommen also das Rohmaterial der DVD zu sehen plus integriertes Making-Of!

Nur live

Um das ganze Ereignis noch einzigartiger zu machen, wird die Übertragung nur live und zu diesem Zeitpunkt stattfinden, danach wird sie nicht mehr zur Verfügung stehen. Wer also an diesem Abend dabei ist, wird weit mehr sehen und erleben als später auf der DVD. Diese wiederum wird noch einmal komplett neu geschnitten und postproduziert werden, mit eigener Tonmischung, mit schönen Szenenübergängen, als durchgehendes PriWARTKonzErt, ununterbrochen von technischen Patzern, Pausen und Verspielern (ein Best-of daraus wird es natürlich im Bonusmaterial als Blick hinter die Kulissen geben).

Crowdfunding und Postproduktion

Für dieses Streaming-Event könnt Ihr Euch Karten über das Crowdfunding sichern, das wir pünktlich zur Aufzeichnung starten werden. Die Einnahmen tragen dann zur Postproduktion bei, so das wir die um so aufwendiger und im Ergebnis außergewöhnlicher machen können, je mehr Menschen zusehen.

Die Postproduktion wird dann, weil sie wiederum parallel zu anderen Projekten stattfinden wird, im Jahr 2022 abgeschlossen sein, so dass Ihr im Frühjahr 2022, wenn es hoffentlich wieder ein ganz normales Touring geben wird, direkt nach den Auftritten die PriWARTKonzErt-Version des Wandelmut-Abends als Blu-ray oder DVD mit nach Hause nehmen könnt!

Jubiläumsjahr und ein besonderes Konzert

Eines der parallel laufenden Projekte ist das Jubiläumskonzert im November. Wie Ihr wisst, feiert Bodo 2021 eigentlich sein 25. Bühnenjahr. Die meisten Aktionen, die dazu geplant waren, mussten verlegt werden, so dass auch das Jahr 2022 noch ein Jubiläumsjahr sein wird: die Tour zum Jubiläum mit einem Best-of aus allen sechs Klavierkabarettprogrammen, die Tour mit der Band, die kleine Tour mit dem WDR Funkhaus Orchester und viele andere Aktionen werden erst nächstes Jahr stattfinden.

Auch am 16.11.2021 - auf den Tag genau 25 Jahre nach Bodos erstem öffentlichen Auftritt - sollte ein großes, ganz besonderes Konzert stattfinden. Damit dieser Anlass nicht ganz ausfällt, haben wir uns auch hier etwas Neues ausgedacht. Bodo wird am 16.11.21 in seiner alten Schule, in der sein erster Auftritt stattfand, exakt dasselbe Bühnenpodest wie damals betreten und vor einer ganz kleinen Hörerschaft aber live per Stream für alle ein ganz besonderes Konzert mit dem Besten aus 25 Jahren und mit Spezialgästen spielen. Wir waren bereits vor Ort und haben es uns angesehen und sind überzeugt, dass das ein toller, unvergesslicher Abend werden wird.

Bodo ohne Text

Aktuell arbeitet Bodo außerdem an Instrumentalversionen seiner Stücke. Es hat schon immer mal Instrumentalversionen gegeben, die wir als Bonusmaterial auf oder zu CD verschenkt haben. Diese Versionen entstehen bei den CD-Aufnahmen oft als "Nebenprodukte", weil wir solche Tracks sehr gut als Hintergrundmusik verwenden können. Sei es für DVD-Menüs oder für Videos wie das Handsigniert-Video zu Was, wenn doch? oder auch als Jingle-Musiken. Diese Versionen erfreuen sich großer Beliebtheit, sie werden oft gehört und auch die Noten zu diesen Versionen werden oft erworben. Und da es obendrein sehr interessant ist, sich dem eigenen Material noch mal auf diese Weise zu nähern, hat Bodo inzwischen diverse Layouts von verschiedenen Stücken angefertigt, die schlussendlich ein neues Album ergeben sollen. Welche Stücke das sind und wie genau und wie weit sie dafür bearbeitet werden, das entwickeln wir in der kommenden Zeit. Aufgrund der hohen Dichte an Konzerten im nächsten Jahr - 135 Stück sind geplant, weil so viele aus dem Jahr 2020 noch nachgeholt werden wollen - wird es wohl so bald noch nichts mit einer Albumaufnahme. Aber gut Ding will eben Weile haben.

Texten mit Bodo

Soweit unsere drei kommenden Großprojekte. Daneben sind viele weitere Vorhaben in Arbeit. Bodo hat ein Konzept für Songwriting-Workshops erstellt und wir werden demnächst den ersten Aufruf zur Teilnahme an einem solchen starten. Es soll aktive und passive Teilnehmer:innen geben können, zunächst wird alles online sein, aber später, wenn das Konzept gut funktioniert und angenommen wird und die Maßnahmen es wieder zulassen, soll die Veranstaltung auch live stattfinden können.

Und sonst noch

Übrigens laufen bei all dem die PriWARTKonzertE weiter, der Zeitraum wurde sogar verlängert. Und die Geburtstagsständchen werden im Juli auch wieder erhältlich sein. In Planung ist außerdem eine weitere Single-Videoveröffentlichung, eine mögliche CD mit englischsprachigen Versionen von Bodos Stücken und eine Hörspielumsetzung der Thebanischen Trilogie. Wir sind selbst gespannt, was uns davon wann gelingt und wieviel Freiraum uns dafür zukünftig bleibt, je nachdem, ob, wann und wie es live weitergeht.

Bleibt also dran, folgt Bodo auf einem seiner vielen Kanäle und unterstützt uns gerne durch Teilnahme bei den kommenden Vorhaben!
Sven

 
 
27. Mai 2021

Aufatmen

Zur aktuellen Lage bei Reimkultur

 

Wir können aufatmen. Oder zumindest mehr als einmal Luft schnappen,  also so einen richtigen guten Zug Luft über Wasser nehmen. Tief durchatmen. Denn unser Antrag auf Überbrückungshilfe 3 wurde gewährt. Zwar wurden auch unsere Anträge auf „Ü-Hilfe“ 1 und 2 durchgewunken, doch während das eher Tropfen auf heiße Steine waren, ist dieser Antrag wirklich substantiell und existentiell. Er verändert unsere finanzielle wie auch unsere mentale und emotionale Situation in mehrerlei Hinsicht zum Guten!

In meinem letzten Blogeintrag vom 10. März hatte ich von meiner Prognose berichtet, noch dieses ganze Jahr und bis ins Frühjahr 2022 ohne nennenswerte Einnahmen aus Konzerten durchhalten zu müssen. Diese Prognose bewahrheitet sich immer mehr. Gerade erst wieder haben sich mehrere Verbände aus der Veranstaltungsbranche mit der Bitte an die Regierung gewandt, eine Perspektive für Konzerte und andere Veranstaltungen im Herbst zu geben, denn die fehlt noch vollständig. Wir selbst verlegen die ersten Konzerte aus dem Herbst in das Jahr 2022 und für alle Termine, die noch kommen könnten, gibt es bereits Optionen für Verschiebungen ins Folgejahr. Und wenngleich wir tatsächlich ein paar Open-Air-Termine für Bodo akquirieren konnten: 2021 wird ohne wesentliche Live-Einkünfte bleiben.

Und trotzdem Aufatmen? Ja! Denn offensichtlich hat sich unsere Branche, vor allem vermutlich durch die Bewegung #AlarmstufeRot, die Demonstrationen, die Forderungen an die Politik und den Dialog mit den Verantwortlichen, mit ihren Bedürfnissen Gehör verschaffen können. Während wir an unserem Antrag für die Überbrückungshilfe 3 arbeiteten, wurden die Regularien mehrfach überarbeitet und zwar vor allem im Sinne der Veranstaltungswirtschaft.

So sind inzwischen die Fixkosten in Monaten, in denen der Umsatz um 70% oder mehr sank, nicht mehr zu 90, sondern zu 100% förderfähig. Es gibt einen Fixkostenzuschlag und zusätzlich zu Kosten für Hygiene- und diesbezügliche Umbaumaßnahmen können noch Kosten für Maßnahmen zur Digitalisierung und für Marketing gefördert werden, um zukunftsfähig zu sein. Diese Maßnahmen machen einen hilfreichen zusätzlichen Geldsegen aus.

Anerkennung

Doch darüber hinaus hat die Regierung anerkannt, dass unserer Branche hohe Verluste entstanden sind, indem Investitionen und Vorleistungen aus dem Jahr 2019, in dem die Touren der Jahre 2020 und 21 organisiert wurden, nicht amortisiert werden konnten. Diese Kosten können nun als Ausfallkosten geltend gemacht werden. Außerdem gibt es eine sogenannte Anschubhilfe in Anerkennung der Tatsache, dass auch jetzt wieder für neue Konzerte Mittel eingesetzt werden müssen, die sich erst in ein bis zwei Jahren auszahlen werden. Diese beiden Fördermöglichkeiten haben die Summe in unserem Antrag verdoppelt!

Die Maßnahmen sind nicht nur aus finanzieller Hinsicht gute Neuigkeiten für uns, sie haben auch mental viel verändert. Denn anstatt dass uns immer nur – wenn überhaupt – akute Hilfen für Fixkosten erreichten, werden wir nun für tatsächlich entstandene Ausfälle zumindest ein Stück weit entschädigt. Das ist nicht nur eine Anerkennung unserer Situation – und gesehen zu werden tut bekanntlich immer gut – sondern es ist auch eine reale Möglichkeit, diese Mittel wie gewohnt sinnvoll investieren zu können, sie in Zukunftsprojekte und damit die Zukunft von Bodos Kunst und dieser Firma anlegen zu können. Denn genau für solche Projekte sind eigentlich die Rücklagen gedacht gewesen, die wir aber im letzten Jahr für das „nackte Überleben“ der Firma ausgeben mussten.

Mittlerweile ist eine vorläufige Gewährung der Überbrückungshilfe inklusive eines Abschlags von 50% bei uns eingegangen. Die Gewährung ist also vorbehaltlich, aber wir sind sehr zuversichtlich, dass uns auch der Rest zugestanden wird!

Prognose & Stolpersteine

Meiner aktuellen Prognose nach werden wir nun obendrein endlich wieder länger durchhalten als es vermutlich dauern wird, bis wir wieder auf Tour sein können, nämlich bis in den April 2022. Dabei sind noch einige Faktoren mitgedacht, die sich als Stolpersteine entpuppen könnten (wie Verluste durch nur unzureichend verkaufte Konzerte, die wir aber trotzdem spielen müssen) und einige wiederum nicht, die sich aber noch einlösen können (aktuell gibt es z.B. schon den diskutierten Vorschlag des Arbeitsministeriums, die Förderungen im Kurzarbeitsgeld zu verlängern und auch nach einer Überbrückungshilfe 4 ist bereits gefragt worden). Die Situation kann also von da aus eigentlich nur noch besser werden, zumindest wenn wir optimistisch auf den Pandemieverlauf schauen!

Was uns auf dem Weg dahin noch begegnen wird, ist natürlich unklar. Welche Auflagen für Konzerte wird es geben und können wir sie erfüllen? Können wir auch die noch nicht so gut verkauften Konzerte auf einen Stand bringen, zu dem sich der Auftritt finanziell lohnt? Steht unsere Crew noch zur Verfügung oder mussten sich unsere Techniker in der Zwischenzeit alle andere Jobs suchen, um durchzukommen? Denn sie sind in der Mehrheit jene Solo-Selbständigen, die noch immer kaum Berücksichtigung finden.

Konzertkarten kaufen

Manches davon könnt Ihr, unsere Fans und Begleiter:innen, bewegen z.B. indem Ihr Karten für angekündigte Konzerte kauft, auch wenn noch nicht ganz klar ist, ob sie wirklich zu diesem Zeitpunkt stattfinden können. Das ist tatsächlich eine Bitte von uns, und wäre die größte Hilfe, die wir von Euch jetzt bekommen können. Denn es ist beklemmend, in ein Jahr voller Konzerte zu schauen, für die seit wiederum über einem Jahr keine Karten mehr gekauft worden sind. Seid gewiss: die Situation wird sich verbessern und wir werden alles dafür tun, dass Auftritte stattfinden können. Gerade gestern haben wir ein Open-Air-Konzert mit Bodo und der Band in Mühlheim final für Juni zugesagt!

Spenden & Solidarität

Anderes aber müsst Ihr nicht mehr tun, und das ist Spenden. Wir haben in den letzten Monaten Eure Solidarität so sehr gebraucht und dann auch dankend angenommen, Ihr habt uns über weite Durststrecken getragen und werdet mit Eurem Geld noch so manches Projekt ermöglichen, das in den kommenden Monaten auf uns wartet. Bodo wird davon in einer eigens dafür in Vorbereitung befindlichen Veranstaltung berichten. Insgesamt sind über die verschiedenen Spendenkanäle seit August 2020 über 110.000 € bei uns eingegangen, mit denen wir Gehälter und Projekte, Fixkosten und kleine Investitionen, die Crew hinter unserem Büro und diverse Anliegen von anderen Künstler:innen solidarisch finanziert haben. Dazu kommen die Einnahmen aus den PriWARTKonzertEn, die wir ihrer Höhe nach auch zu einem guten Teil als Spenden und Hilfen verstehen. Das alles war großartig, einzigartig und absolut ungeahnt! Doch das braucht es nun nicht mehr.

Stattdessen bitten wir Euch, Euer Geld anderen Künstler:innen zukommen zu lassen. Ihr habt sicherlich noch andere Interessen in Musik, darstellender oder bildender Kunst. Auch diese Künstler:innen sind betroffen und vermutlich meist nicht viel besser dran als wir oder sogar schlechter. Denn eins ist wichtig: wir bekommen diese staatlichen Hilfen nur, weil wir eine Firma sind! Bodo alleine hätte keinen Anspruch darauf! Dieses Netz sichert uns und die Arbeitsplätze ab, das freut uns, aber es zeigt uns auch täglich, wie viel mehr Sicherheit wir haben als die meisten Solo-Künstler:innen.

Es gibt einige Organisationen, die für Künstler:innen sammeln und weiterverteilen, und es gibt bei den einschlägigen Crowdfunding-Plattformen reichlich Projekte, die unterstützenswert sind. Falls Ihr also zukünftig noch weiterhin Geld übrig habt, dann setzt es bitte dort ein. Ich gebe Euch am Ende dieses Eintrags ein paar Links an.

Falls Ihr dennoch weiter direkt an Reimkultur und Bodo spenden wollt, dann werden wir das Geld eins zu eins an diejenigen Künstler:innen und freiberuflichen Crewmitglieder weiterleiten, die fest mit uns zusammenarbeiten. Denn auch ohne die könnte Bodo zukünftig nicht mehr auftreten!

Instrumentales Dankeschön

Noch einmal zurück zu Eurer überwältigenden Spendenbereitschaft. Wir haben etwas von dem Geld, dass Ihr so reichlich anlässlich des Streaming-Konzertes mit "Jetzt oder Sinfonie!" gespendet habt, in einen Remix der Stücke investiert.

Das WDR Funkhausorchester hat uns dabei unterstützt und so stehen uns nun von allen Stücken Instrumentalversionen ohne Bodos Gesang zur Verfügung. Mit diesen Stücken werden wir in den kommenden Jahren unsere Videos unterlegen können, und wir werden sie für DVD-Menüs einsetzen können. Als Appetithappen und kleines Geschenk an Euch haben wir sogar eine komplette Auskopplung für Euch am Start und zwar „Lalelilolu“, aus Bodos Programm Noah war ein Archetyp. Ihr könnt Euch diese wunderschöne Fassung als mp3 herunterladen.

Alles nur geliehen

Schließlich will ich eines nicht unerwähnt lassen: Uns ist sehr wohl bewusst, dass das Geld, das wir nun erhalten haben, geliehenes Geld ist. Der Staat hat es sich von irgendwo her geliehen, es wird zurückgezahlt werden müssen, aber vermutlich nicht vollumfänglich von uns, sondern auch von unseren Kindern. Im Grunde leihen wir uns das Geld also von unseren Kindern. Das würde man als Eltern nie tun oder zumindest nicht wollen, und ich stelle in Frage, ob das richtig ist. Eigenartig ist es in jedem Fall.

Und so haben wir uns zumindest vorgenommen, verantwortungsvoll und im Gedenken an diese Tatsache mit dem Geld umzugehen. Natürlich kommt es auch jetzt den Kindern schon indirekt zugute, wenn Eltern dadurch nicht arbeitslos werden bzw. Umsätze erwirtschaften können, denn wir geben das Geld ja an Menschen weiter, die damit ihr Einkommen bestreiten und sorgen dafür, dass dies auch langfristig möglich ist. Wir werden es aber darüber hinaus in eine Art firmeninternen Fonds legen und nur soviel davon ausgeben, wie wirklich benötigt wird, bis wir wieder auf eigenen Füßen stehen können. Sollte dann noch etwas übrig sein, werden wir es entweder direkt wieder zurückgeben oder an nachhaltig zum Wohl unserer Kinder handelnde Einrichtungen und Organisationen weitergeben.

Wir wünschen Euch nun mit leichterem Herzen alles Gute und denkt bitte dran: es wird wieder Konzerte geben, wir haben viele im Angebot, was noch fehlt, seid Ihr!
Sven

 

Hier noch die Links zu Spendenmöglichkeiten:

Die KunstNothilfe ist eine tolle Einrichtung, der wir selbst schon Geld haben zukommen lassen. Sie steht in Kooperation mit der GLS Bank, einer sehr guten, gemeinwohlorientierten Bank, die auch unsere Hausbank ist.

Des Weiteren gibt es die CoronaKünstlerHilfe, die ich auch für sehr unterstützenswert halte, weil sie obendrein wertvolle Öffentlichkeitsarbeit betreibt und auch Unternehmen anspricht, die sich in das Projekt einbringen können.

Der Nothilfefond der Orchesterstiftung ist sicherlich auch ein guter Anlaufpunkt.
Erwähnenswert finde ich vor allem aber noch das Ensemble-Netzwerk, das vor allem für Bühnenkünstler:innen der darstellenden Künste sammelt. Hier startete gerade im Mai die 5. Runde für Bewerbungen um Hilfsmittel.

Und wenn es um kleinere Projekte oder Initiativen geht, dann ist die Crowdfunding-Plattform startnext immer ein guter Anlaufpunkt. Auch für Menschen, die gerne persönlicher unterstützen wollen, mit Kontakt zu den Unterstützten, ist das der richtige Ort. Die Plattform hat eine eigene Rubrik für Corona-bedingte Projekte eingerichtet. Viele gute Unterstützungen für von der Pandemie geplagte Menschen und Unternehmen sind über die Plattform schon gelaufen.

Ein Projekt, das dort gerade läuft, ist ein Funding für ein Zirkusprojekt, das Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt macht. Das ist eine tolle, jahrzehntealte Einrichtung, in der einer unserer treuen Bühnentechniker seinen hauptsächlichen Wirkungsort hat. Gerne können Sie dieses Projekt unterstützen, das auch uns sehr am Herzen liegt.

Oder spendet, wie gesagt, weiterhin an Reimkultur, dann geht das Geld an die uns verbundenen Künstler:innen und freiberuflichen Crewmitglieder.

 

INSIDE OUT: XGames
FLYER XGames (PDF-Datei 1.463 KB)

INSIDE OUT: XGames mit Dialogsession
XG mit Dialogsession (PDF-Datei 65 KB)

Unsere Themen