Der Reimkultur-Blog

In loser Folge nehmen wir hier Stellung zu Themen, die uns beschäftigen.

 
5. September 2018

Eine offene Gesellschaft mitgestalten!

 

Bodo schreibt in seinem heutigen Elektrobrief:

Auf mein Lied Das Land, in dem ich leben will habe ich seit der Veröffentlichung zahlreiche Rückmeldungen bekommen. In den Kommentaren im Gästebuch, bei Youtube und Facebook tauchte immer wieder die Frage auf, "Können wir, und wenn ja, wie, ein solches Land erschaffen? Ist das möglich?"
Ich möchte Euch an dieser Stelle die Initiative Die Offene Gesellschaft vorstellen, denn die Menschen, die hier zusammengefunden haben, immerhin bereits 40.000, stellen sich seit Oktober 2015 die Fragen: Welches Land wollen wir sein? Was kann, was muss getan werden, damit die Gesellschaft offen und fair bleibt und demokratische Stimmen gehört werden?
Neben vielen Aktionen, die die Initiative seit 2015 initiiert hat - schaut Euch den Zeitstrahl an - ist die bekannteste sicherlich der Tag der offenen Gesellschaft: Tische und Stühle auf den Strassen im ganzen Land, Menschen, die sich begegnen, gemeinsam essen und reden und die Welt verbessern. Der nächste Tag ist am 15. Juni 2019.
Was mir neben der fundierten Gebrauchsanweisung für eine offene Gesellschaft sehr gefällt - sie enthält übrigens den Punkt "einfach machen", mein Motto - ist, dass die Initiative eine "Dafür-Bewegung" ist. Eine "Dafür-Bewegung", die denen Unterstützung und eine Bühne gibt, die vor Ort etwas Gutes für den Zusammenhalt tun, also uns allen, die mitgestalten wollen.
Ihr merkt, ich bin davon begeistert und lege Euch nahe: Informiert Euch und werdet aktiv, vielleicht mit einer eigenen Aktion schon gleich zum Tag der Demokratie am 15. September.

Die Offene Gesellschaft bei Facebook, Twitter und Instagram.

 
 
27. August 2018

Hambacher Forst retten

Braunkohletagebau Hambach

 

Bodo hat letzte Woche Freunde im Hambacher Forst besucht und den Braunkohletagebau in Hambach besichtigt. Hier sein Posting, das er heute auf Facebook veröffentlicht hat.

Liebe Leute,

auch wenn alles danach aussieht: dies ist nicht Mordor, und ich stehe auch nicht auf dem Schicksalsberg. Sondern vor dem Braunkohletagebau Hambach.

Hier und in zwei benachbarten Gruben ähnlichen Ausmaßes wird von RWE Tag und Nacht auch noch der letzte Rest Braunkohle abgebaggert, der hier unter der Erde liegt. Alles, was dem im Weg steht, muß weichen - wie etwa sämtliche umliegende Dörfer mitsamt ihrer Bewohner*innen, die (zwangs)umgesiedelt werden, sowie ein 12.000 Jahre alter Wald: der Hambacher Forst.

Alles, was Ihr hier auf dem Bild seht, war früher mal von Wald bedeckt. Heute existieren davon nur noch knapp zehn Prozent (rechts, außerhalb des Bildrandes). Dieser Wald beherbergt eine Flora und Fauna, die es in dieser Zusammensetzung kein zweites Mal in ganz Mittel-Europa gibt: allein 142 bedrohte - und zum Teil sogar stark bedrohte - Tierarten sowie eine einzigartige Vegetation.

Doch auch dieses verbliebene Waldstück möchte RWE nun zugunsten des Braunkohletagebaus roden lassen. Dabei ist die Verstromung von Braunkohle nachweislich die umweltschädlichste und gleichzeitig ineffizienteste Art Energie zu gewinnen. Und RWE ist der größte CO2-, Schadstoffe-und Feinstaub-in-die-Luft-Puster Europas.

Deutschland ist mittlerweile gar nicht mehr auf die Verstromung von Braunkohle angewiesen, es gibt heutzutage weitaus umweltfreundlichere Alternativen. Trotzdem sollen, wenn’s nach RWE geht, die Braunkohle-Bagger noch bis 2045 weiter die Umwelt und die Heimat der hier lebenden Menschen und Tiere zerstören.

Ich wage zu behaupten: so wird Deutschland seine selbst gesteckten Klimaziele bis 2020 wohl eher nicht erreichen.
Sondern weltweit ziemlich hinterherhinken als mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir, eins der reichsten und angeblich umweltfreundlichsten Länder dieser Erde.

Ich war vor Ort, am Tagebau und im Hambacher Forst (ein wirklich zauberhafter Wald), und habe viele Gespräche mit Menschen geführt, die diesen Irrsinn nicht hinnehmen wollen. Einige von ihnen leben in liebevoll gebauten Baumhäusern in den Wipfeln des Waldes, um dessen weitere Abholzung zu verhindern.

Doch nun verdichten sich die Anzeichen, dass RWE plant, den Wald in den nächsten Tagen polizeilich räumen zu lassen, um im Herbst die Rodung fortsetzen zu können.

Wer das für ne ganz blöde Idee hält, kann was tun:

Petitionen zum Erhalt des Waldes:
https://aktion.campact.de/kohlea…/hambach-appell/teilnehmen…

https://weact.campact.de/…/hambacher-wald-retten-klimaziele…

Bei facebook immer aktuell auf dem Laufenden bleiben oder im Blog mit Ticker.

Ein 75-minütiger Film über das rheinische Braunkohledesaster und den lebendigen Widerstand auf vimeo. Ein kurzes Video: 40 Sekunden Rote Linie. Das Braunkohlemoratorium zum Nachlesen auf den Seiten des BUND.

Davon, was Klimawandel bedeutet, haben wir diesen Sommer bereits eine Ahnung bekommen. Und was der Verlust von Lebensraum bedeutet, wird einem spätestens klar, wenn man mal hier war. Sorgen wir dafür, dass dieser IrRWEg endet.

"Respect existence or expect resistence"
Euer Bodo

Und hier noch ein Kommentar von Sven:

Das Verrückte und Erschreckende ist: aus dem System heraus kann man RWE nicht einmal einen Vorwurf machen, auch dem Staat nicht für seine "Untätigkeit". Denn er ist nicht untätig, sondern er schützt ein Unternehmen, das sich systemkonform verhält. Denn das System, in dem wir alle leben und das wir alle mit stützen, ist der Kapitalismus.

Im Kapitalismus gibt es nur einen Wert, und der ist das Kapital, also Geld. Geld zu erwirtschaften, Gewinne zu erzielen ist das einzige und damit unverzichtbare Ziel allen Handelns im Kapitalismus, der höchste Wert, dem sich alle anderen Werte unterzuordnen haben. Ein Baum, ein Wald, selbst der ganze Planet haben darin an sich keinen Wert, wenn man sie nicht in Geld verwandeln und messen kann.

Warum bleiben Atomkraftwerke am Netz, obwohl jeder weiß, wie brandgefährlich sie sind? Warum bleibt das Finanzmarktsystem bestehen, obwohl deutlich wurde, wieviele Existenzen es in den Ruin treiben kann? Warum dürfen weltweit weiterhin Kinder in winzige, lebensgefährliche Stollen geschickt werden, um Rohstoffe für Handys zu schürfen? Und warum wird weiterhin Kohle verstromt, obwohl es hier wie bei all den anderen Beispielen sinnvolle Alternativen gibt? Weil - ganz einfach! - damit jetzt Geld verdient werden kann. Wer so handelt, handelt systemisch gesehen korrekt.

Deshalb gucken kapitalistische Unternehmer und Börsenmakler immer so irritiert, wenn man ihnen vorwirft, nur den kurzfristigen Gewinn im Auge zu haben, aber weder Menschenleben, die Umwelt, die Tiere und sonst ein Gut wertzuschätzen. Weil sie vom System beauftragt sind, genau das nicht zu tun. Sie sollen kurzfristig Gewinne erwirtschaften!

Und ein Staat, der sich zum Wirtschaftsystem Kapitalismus bekennt, muss im Auftrag des Volkes, das ihn ja konstituiert und das sich nicht - jedenfalls nicht weithin sicht- und hörbar  - gegen den Kapitalismus stellt, gegen jene kämpfen, die dieses kapitalistische Handeln einschränken wollen. Darum schickt er konsequenterweise die Polizei in den Hambacher Forst. Und handelt damit - bedauernswerterweise - im Sinne des Systems korrekt. Wenn sich also etwas ändern soll, dann müssen wir das Wirtschaftssystem verändern!

Oder anders gesagt: stellt Euch mal vor, in all Euren Beziehungen würde nur Geld zählen, alles andere wäre zweitrangig. Ob gegenüber Euren Lebensgefährt*innen, Kindern, Eltern, Freund*innen. Wie trostlos wäre dieses Leben! So trostlos ist ein Großteil der Welt schon, also laßt uns aufstehen gegen das kapitalistische Einheitsdenken! Wir müssen andere Werte als Geld im System relevant verankern, zum Beispiel die Gemeinwohlökonomie.

13.09.2018, aktuelle, weiterführende Informationen: Junge Welt, taz, Süddeutsche, Aachener Nachrichten, NRZ, Wirtschaftswoche und bei Facebook.

 
 
02. August 2018

Seebrücke - Schafft sichere Häfen

IUVENTA - Seenotrettung

Der Film über die IUVENTA läuft am 13. August auf 3sat!

 

Bodo schreibt aus seinem Urlaub:

Hallo Freunde!
Ich grüße Euch aus meinem Sommerurlaub an der Adria. Hier ist es derzeit genauso heiß wie in Deutschland, aber praktischerweise liegt das Mittelmeer direkt vor der Tür. Bei jedem Sprung ins kühle Nass wird mir jedoch schmerzlich bewusst, dass in diesem malerischen Meer Tag für Tag viele Menschen ertrinken. Zwar flüchten wesentlich weniger Menschen nach Europa als noch vor drei Jahren, von diesen ertrinken allerdings viel mehr - wie ich von einem Arzt von Ärzte ohne Grenzen erfuhr: derzeit in etwa jeder dreißigste! Vor zwei Jahren war es „nur“ jeder achtzigste.

Das liegt u.a. daran, dass die italienischen und maltesischen Behörden die Rettungsboote zahlreicher NGOs haben festsetzen lassen. Das bedeutet: es wird von den europäischen Regierungen nicht nur geduldet, dass Tag für Tag Menschen ertrinken, von der libyschen „Küstenwache“ aufgegriffen, in Internierungslagern zusammengepfercht und dort misshandelt werden - es wird sogar gezielt darauf hingearbeitet. Ich finde das unerträglich!

Ich empfehle euch den tollen Dokumentarfilm IUVENTA über das in Lampedusa festgesetzte Seenotrettungsboot von Jugend rettet, den ich vor meiner Abreise im Kino sah. Über die schockierenden Zustände in den libyschen Lagern informieren Euch Ärzte ohne Grenzen hier.

Wer diese Zustände nicht hinnehmen will, kann was tun. Zum Day Orange - Aktionstag am 4.8. findet Ihr auf der Webseite von Seebrücke - Schafft sichere Häfen oder bei Facebook alle Termine in Eurer Nähe.

Ich grüße Euch herzlich, Euer Bodo

PS Der Film über die IUVENTA läuft am 13. August auf 3sat!

 
 
05. Juni 2018

Welttag der Umwelt

Das Bodökosiegel

 

Heute ist der letzte der Aktionstage zur Nachhaltigkeit (30.5.-5.6.), und zudem steht heute der Welttag der Umwelt im Kalender - ein Tag, der 1972 anlässlich des ersten Weltumweltgipfels in Stockholm ausgerufen wurde. Zum World Environment Day gibt es eine internationale Info-Seite, derzeit mit der Aktion #BeatPlasticPollution
Eine gute Gelegenheit, um auf das Umweltengagement von Reimkultur hinzuweisen, das wir unter dem Bodökosiegel zusammengefasst haben.
Übrigens, das letzte Produkt, das wir umgestellt haben, ist die Doppel-DVD von König Ödipus. Die Plastikanteile der Hülle sind nun vollständig durch Recycling-Papier bzw. Pappe ersetzt.

 

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