Der Reimkultur-Blog

In loser Folge nehmen wir hier Stellung zu Themen, die uns beschäftigen.

 
10. März 2021

Der Januar war kalt, dunkel und kalt.

Zur aktuellen Lage bei Reimkultur

 

Seit Beginn der Pandemie und des Kultur-Lockdowns - also seit mittlerweile einem Jahr – waren wir auch dank Eurer Unterstützung anfangs recht gut durch die schwierigen Zeiten gekommen. Nun wurden wir im Januar eiskalt von den problematischen Entwicklungen eingeholt.

Sobald klar war, dass die ersten Konzerte ausfallen mussten, habe ich mich natürlich kalkulatorisch mit den Folgen dieses Lockdowns befasst. Zunächst einmal hatten wir noch einige Rücklagen aus den Jahren davor, darum war im Frühjahr 2020 - als die Aussicht "im Sommer geht wieder alles los" galt - erst mal noch alles gut. Wir hätten locker bis in den Herbst 2020 hinein durch die Krise kommen können.

Überbrückungs-Unpässlichkeit

Dann kam der Sommer 2020 und es wurde klar, dass es nur sehr eingeschränkte Open-Air-Veranstaltungen geben würde. Und im Herbst vermutlich auch keine Öffnungs-Optionen, die für uns sinnvoll zu organisieren wären. Plötzlich mussten wir bis zum Frühjahr 2021 durchhalten. Das stellte uns dann schon vor eine Herausforderung, zumal wir leider bei so manchem Hilfsprogramm durchs Raster fielen. Aus der Soforthilfe im Frühjahr 2020 erhielten wir nichts, weil wir eben noch die Rücklagen auf dem Konto hatten. Von der Überbrückungshilfe I für die Monate Juni bis August erhielten wir nur Geld für Juni/Juli 2020. Denn die Ü-Hilfe wird nach Umsatzeinbruch berechnet, und da wir aufgrund der Sommerpause auch sonst im August kaum Umsätze machen, war hier der Rückgang gegenüber dem Vorjahr nicht groß genug, um uns zu qualifizieren. Dass wir den August normalerweise aus Einnahmen der gesamten 6 Monate zuvor finanzieren - und das nun natürlich nicht möglich war - spielte für die Ü-Hilfe keine Rolle.

Weiter vor allem dank Eurer Unterstützung

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir zum ersten Mal von unserer Not erzählt, und die Solidarität, die uns von da an auch in finanzieller Hinsicht erreichte, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir heute hier stehen, wo wir stehen. Denn z. B. auch für die November-/Dezemberhilfe hatten wir uns dann nicht qualifiziert: dafür müsste ein Unternehmen auch bei indirekter Betroffenheit seine Umsätze zu 80% aus den von der Schließung betroffenen Bereichen beziehen. Bei uns machen die Live-Konzerte ca. 70% aus. Das ist ein großer Anteil - wenn der wegfällt, ist das Unternehmen gefährdet. Aber die Regierung sah die Gefährdung erst bei 80%.

Dann wurde uns auch noch von der Überbrückungshilfe II, die für die Monate September bis Dezember gezahlt werden sollte, reichlich abgezogen. Diesmal, weil wir über den Verkauf von Produkten von Marc-Uwe Kling, die wir über unsere Onlineshop-Plattform vertreiben, zu viel Geld verdient hatten, um als hilfsbedürftig anerkannt zu werden. Dass wir den absoluten Großteil dieser Umsätze an den Künstler weitergeben, hatte wieder mal keinen Einfluss auf die Ü-Hilfe-Zahlung. Umsatz ist eben Umsatz.

Umsätze, Hochrechnungen und Ansagen

Das war ein großer Schreck. Denn - wie gesagt - von diesem Umsatz bleibt nur ein Bruchteil bei uns. Wir hatten das gerade verdaut, da kam die Nachricht, dass die Basis für die Berechnung der Überbrückungshilfe II noch einmal geändert würde: es seien nun nicht mehr die Umsätze relevant, sondern die entgangenen Gewinne. (Und ja, die Regularien für die Hilfen werden auch gerne mal angepasst, nachdem man die Anträge schon geschrieben hat.) Wie weise ich die denn nach? Wir hatten uns zum Glück mit dem Hochrechnen von möglichen Gewinnen aus Ticketverkäufen, die man gerade in dieser Zeit kaum abschätzen kann, schon für den einen oder anderen Entschädigungsantrag befasst (wobei natürlich auch diese abgelehnt wurden, weil es im Infektionsschutzgesetz an dieser Stelle eine Regelungslücke gibt und darum die Ämter die Anträge, die aus unserer Branche kommen, alle rundheraus ablehnen können).

Aber diese Hochrechnungs-Option war immerhin eine große Chance! Endlich konnten wir mal darstellen, was eigentlich gewesen wäre, wenn alles glatt gelaufen wäre. Doch diese Ansage, eine Entschädigungs-Schätzung einreichen zu können, wurde wenige Tage später wieder zurückgezogen, weil dann doch aufgefallen war, dass man mit so einer Fragestellung natürlich völlig im Trüben fischen würde und auch die Steuerberater:innen/Wirtschaftsprüfer:innen, die die Anträge einreichen müssten, damit völlig überfordert gewesen wären.

Keine tragfähigen Aussichten

Trotzdem war es auch zu diesem Zeitpunkt noch so, dass wir zuversichtlich bis ins Frühjahr 2021 schauten, denn wir waren sicher, dass dank viel Unterstützung durch Fans, durch gute Verkäufe unserer im letzten Jahr mit viel Fleiß hergestellten Produkte, durch die gute Resonanz auf das Wwweihnachts.bodo-Onlinekonzerte-Konzept und durch zu erwartende Überbrückungshilfen unsere Firma bis in den April durchhalten würde.

Dann traten zu allem Überfluss die Virus-Mutationen auf und die Aussicht auf Öffnungen löste sich in Luft auf. Aus einem Lockdown light wurde ein vollumfänglicher Lockdown, der dann im neuen Jahr auch noch verlängert wurde. Anfang 2021 wurde es dann sehr dunkel und sehr kalt.

Denn was bedeutet es für uns und für alle anderen Kulturschaffenden, die auf Publikum angewiesen sind? Wenn jetzt aktuell im März die Theater noch geschlossen sind, dann werden wir bis zum Sommer keine Situation haben, in der mit normalen Kapazitäten gespielt werden kann. Selbst der gerade von einigen Kulturverbänden vorgestellte Lockerungsplan sieht für Open-Air-Veranstaltungen in diesem Sommer nur 40% Auslastung vor. Das bedeutet, dass wir bis zum Herbst keine Möglichkeit haben werden, schon mal in einer Art Normalbetrieb Auftritte zu veranstalten.

Wir benötigen mindestens 65, besser 75% Auslastung der Veranstaltungsstätten, um ohne Verluste auf Tour zu sein. Im Herbst aber wird bei den Entscheidungsträgern vermutlich wieder die „jetzt wird es Herbst und alle sind mehr drinnen und alle werden krank“-Sorge um sich greifen, so dass auch dann nicht weiter daran gearbeitet werden kann, in einen Normalbetrieb zu kommen. Demnach werden wir dann mit denselben Einschränkungen in den Herbst 2021 geraten, mit denen wir in den Herbst 2020 gegangen waren. Bei größter Zuversicht bleibt uns dann noch zu wünschen, dass das Weihnachtsgeschäft zu retten sein könnte, sollte sich im Herbst 2021 herausstellen, dass sich das Infektionsgeschehen mit Anbruch der Drinnen-Saison überhaupt nicht negativ verändern würde. Aber das klingt für mich im Moment sehr utopisch. Dann wäre es erst im Frühjahr 2022, bis wir wieder regulär auf Tour sein könnten.

Ein weiteres Jahr Durchhalten

Plötzlich - aus heiterem Himmel - wurde also aus einem Durchhalten-Können bis April 2021 ein Durchhalten-Müssen bis April im nächsten Jahr! Mehr oder weniger von einer Woche auf die andere sieht es so aus, dass wir zwölf Monate länger unsere liquiden Mittel vorhalten müssen. Das war ein solcher Schock, dass ich eine Woche gebraucht habe, um mich mit dem Gedanken abzufinden; und einen kompletten Monat, um das für alle unsere Geschäftsbereiche und Projekte durchzudenken und anfangen zu können, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen.

Einen einzigen Hoffnungsschimmer gibt es jetzt noch: das Finanzministerium arbeitet gerade an einem Plan, der besagt, dass ab Herbst bei Veranstaltungen das Ausfallrisiko durch geringe Kapazitäten oder Absagen staatlicherseits übernommen werden soll. Eventuell werden wir also im Herbst noch zum Selbstkostenpreis auftreten und zumindest die angekündigten Termine durchführen können, auch wenn dann damit niemand wirklich Geld verdienen kann. Das bleibt abzuwarten. Auch müsste eine Überbrückungshilfe IV aufgelegt werden, denn die aktuelle Nr. III ist nur bis Ende Juni vorgesehen. Wir werden aber darüber hinaus noch neun Monate lang im Ausnahmezustand sein.

Förder-Fraglichkeiten

Leider ist es ja so, dass sich die Überbrückungshilfe nur auf Fixkosten bezieht. Dabei geht es also wirklich nur darum, den rudimentären Betrieb aufrechtzuerhalten. Was wir - und andere Unternehmen natürlich auch - aber darüber hinaus normalerweise aus den Einnahmen finanzieren, sind Investitionen: in unserem Fall neue Projekte und Produkte. Dafür braucht es also zusätzlich mehr Mittel.

Zu einem Teil wollen wir dafür das von Euch gespendete Geld einsetzen. Aber wenn wir kein Geld für den Betrieb der Firma haben, können wir auch keine Produkte erstellen, also ist das vielleicht eine Entweder-oder-Frage. Ansonsten bemühen auch wir uns um Fördermittel, wie tausende andere auch, weswegen alle Töpfe derzeit mindestens zu 200-300% über-angefragt sind. Wir haben tolle Ideen, aber gerade, wenn sie obendrein noch ungewöhnlich sind (wie z. B. eine dreiteilige CD-Reihe mit einem Hörspiel unserer Antiken-Theaterstücke), dann scheinen sie auch nicht so richtig in die meist konventionellen Förderprogramme zu passen.

Konzerte aufgehoben, nicht aufgeschoben

Problematisch an dieser Situation ist obendrein, dass es nun wirklich um den Ausfall von Einnahmen geht, nicht mehr nur um deren Verschiebung. Wir hatten es nämlich zunächst geschafft, 69 von 83 Konzerten vom Jahr 2020 ist Jahr 2021 zu verschieben. Bodo wäre über 140 mal aufgetreten! Ein Rekord. Jetzt aber werden nach und nach alle Konzerte aus dem Jahr 2021 ins Jahr 2022 verschoben. Und für dieses Jahr 2022 war noch kein einziges Konzert gebucht. Das heißt: jetzt gehen wirklich Auftritte verloren - ein Verlust, der nicht wieder gutzumachen sein wird.

Ein ganzes Jahr wird nicht neu verbucht werden können. Das sind mindestens 80 Auftritte, aus denen Einnahmen fehlen werden.

Zusätzlich zu den fehlenden Live-Einnahmen wird es auch keine Ausschüttungen von der GEMA geben. Die hatten uns im letzten Jahr noch geholfen: sie werden nämlich immer um ein Jahr versetzt ausgezahlt - letztes Jahr erhielten wir also die Abgaben aus dem Jahr 2019. 2020 aber gab es keine Abgaben, da keine Konzerte stattfanden. Wir blicken also tatsächlich auf ein ganzes Jahr ohne Einkommen!

Nervenzerren in der gesamten Branche

Das heißt, nach bereits einem vollen Jahr ohne reguläre Einnahmen, aber  wenigstens mit dem Ersparten im Hintergrund, folgt ein weiteres Jahr -  nun aber ohne Netz und doppelten Boden. Es ist also jetzt im Grunde schlimmer als vor einem Jahr! Der freie Fall ist vorprogrammiert, für uns wie für viele, viele, tausende andere Menschen in unserem Metier auch.

Diese Situation zerrt an unser aller Nerven und kostet Zuversicht. Bislang sind wir irgendwie kreativ mit dieser Krise umgegangen, haben Ideen entwickelt, die Ärmel hochgekrempelt und sind voller Zuversicht, das irgendwie zu schaffen, losgestiefelt. Aber wenn nach einem ganzen Jahr die Situation nur noch schlimmer ist, wird es schwer, sich zu motivieren.

Trotzdem weiter - aber eingeschränkt

Dennoch stellen wir uns der Herausforderung, aber sie ist groß. Größer als noch zu Beginn der Pandemie. Aktuell schaffen wir es laut meiner Prognose mit der Firma bis in den September. Wir hoffen auf noch ein paar halbwegs lukrative Open-Air-Engagements im Sommer und dann bleibt uns nur noch, dass der Staat die Hilfsprogramme verlängert.

Wir haben nun schon mal die Arbeitsleistung im Büro auf 25% reduziert, um den Förderanteil durch das Kurzarbeitergeld zu erhöhen. D.h. unser gesamtes Team arbeitet nur mit einem Viertel seiner eigentlichen Leistungsfähigkeit. Das bedeutet, dass alle Projekte nur 1/4 so schnell vorankommen wie üblich und wir auch alle Menschen um uns herum inklusive Euch - Begleiter:innen und Fans - weniger umfangreich und langsamer betreuen können als gewohnt und gewünscht. Bitte habt Verständnis dafür ...

Kultur zählt!

... und wünscht uns Glück, bleibt interessiert an Bodo und seiner Kunst und drückt uns die Daumen!

Uns liegt sehr am Herzen, dass immer mehr Menschen – vor allem solche, die politische Entscheidungen treffen – verstehen, dass Kultur wichtig ist, dass sie zählt! Kultur ist Bildung ist ein selbstbestimmtes Leben sind mündige Bürger:innen ist Gemeinwohl!

Danke!
Sven

 
 
10. Dezember 2020

In eigener Sache

 

Bodo und Sven, Geschäftsführer von Reimkultur, sprechen über die derzeitige Situation von Bodos Firma Reimkultur kurz vorm Jahreswechsel.

Blick auf die Situation

BODO: Vorweg, auch wenn ich zu Beginn der Pandemie wie gelähmt war, kann ich mich derzeit über mangelnde Ideen nicht beklagen. Im Gegenteil, ich bin so produktiv wie lange nicht. Was mir jedoch schmerzlich fehlt, ist die Möglichkeit, diese Ideen mit Euch, meinem Publikum, zu teilen – und zwar live am selben Ort, in einem Konzertsaal oder Theater. Immerhin gibt es Streaming-Konzerte, davon habe ich in den letzten Monaten einige gegeben und hatte daran auch viel Freude, und ich hoffe, Ihr auch, aber sie können einen Live-Auftritt einfach nicht ersetzen. Und gerade meine Kunst lebt ja sehr von der Interaktion mit Euch.
Da sind die vielen Konzertverschiebungen einfach sehr traurig. Zum jetzigen Stand – Anfang Dezember – musste mein Booking-Team von allen Auftritten, die bis Ende 2020 geplant waren, 69 verschieben und weitere 14 ersatzlos absagen, also insgesamt 83 Auftritte. Ob die bisher geplanten Ersatztermine stattfinden dürfen, wissen wir nicht. Wir mussten aber inzwischen schon erste Ersatztermine ins Jahr 2022 schieben und weitere Verlegungen sind sehr wahrscheinlich.

#AlarmstufeRot

Und weil wir, die Künstler*innen und mit uns die gesamte Veranstaltungsbranche auf unsere Situation aufmerksam machen müssen, haben wir uns unter anderem beim Aktionsbündnis #AlarmstufeRot engagiert, denn ich denke, Live-Kultur ist im besten Fall eben nicht bloß Unterhaltung sondern Teil des demokratischen Diskurses und eine Selbstvergewisserung dessen, was uns als Menschen ausmacht und wie wir leben wollen. Was geschieht, wenn sie fehlt, brachte Herbert Grönemeyer in seiner Rede auf der ersten #AlarmstufeRot-Demo sehr treffend auf den Punkt:


"Ein Land ohne Live-Kultur ist wie ein Gehirn ohne geistige Nahrung, ohne Euphorie, Aufbruch, Lust, Diskurs, Lachen und Tanz. Es verdorrt, gibt Raum für Verblödung, für krude und verrohende Theorien, verhärtet und fällt seelenlos auseinander."


SVEN: Für uns war es sehr wichtig auf der Demonstration in Berlin im Oktober zu spüren, dass wir Teil eines großen Ganzen sind, dass wir mit unserem Problem nicht alleine dastehen. Die deutsche Kultur- und Kreativbranche ist extrem breit gefächert und sehr divers, und das ist an sich großartig. Dadurch fällt es ihr aber auch schwer, sich so zu formieren und aufzustellen, dass sie mit einer Stimme spricht, die all die Millionen darin Beschäftigten repräsentiert und deutlich machen kann, dass es hier um entsprechend viele Arbeitsplätze geht. Zusammengenommen ist die Kulturbranche der mit Abstand größte Arbeitgeber in Deutschland und überflügelt damit mit Leichtigkeit solche Zweige wie die Luftfahrt- oder Autoindustrie. Letztere braucht aber nur 3 Leute zur Kanzlerin zu schicken und schon ist sie komplett vertreten – eine gute Verhandlungsbasis.

Reimkultur – künstlerische Selbstbestimmtheit

SVEN: Viele von Euch wissen es sicherlich, aber ich fasse es hier noch einmal zusammen: Reimkultur ist die Basis für alle künstlerischen Aktivitäten von Bodo. Von dort aus wird von 12 Festangestellten und mit Hilfe von mehreren Freischaffenden alles geplant, koordiniert und durchgeführt, was nötig ist, um Bodo sicht- und hörbar werden zu lassen, seine Kunst öffentlich zu machen. Das reicht von der Produktion der CDs, Videos und Bücher über Lizenzierungen bis zum Vertrieb online und beim Konzert, vom Verbuchen der Auftritte und die Planung der Tour bis zum Ticketverkauf und schließt auch PR und Marketing mit ein. Es ist eine 360°-Betreuung, denn auch in künstlerischer Hinsicht kann Bodo sich jederzeit Rat und Unterstützung von seinen Mitarbeitenden holen.
Wenn also wie im letzten Jahr die Theaterstücke König Ödipus und Antigone im Hamburger Thalia Theater über die Bühne gehen, dann ist das alles bis ins kleinste Detail im Hause Reimkultur entstanden. Inklusive der DVD, die dabei gefilmt wurde.
BODO: Für mich ist es sehr wichtig, dass unser ganzes Tun im Zeichen größtmöglicher künstlerischen Selbstbestimmtheit steht.

Staatliche Fonds und Programme – Neustart Kultur

SVEN: Durch das Programm "Neustart Kultur" wurden viele Programme aufgestockt, die es ohnehin für künstlerische Produktionen in Deutschland gibt, z.B. die Initiative Musik oder der Fond darstellende Künste. Bei letzterem haben wir uns für die Produktion von Bodos erstem Musical beworben, das zusammen mit der Fine Arts Big Band in Berlin entstehen soll und unter die Corona-Räder zu geraten drohte. Erst im Januar werden wir eine Antwort erhalten.
Das Problem ist, dass das alles keine strukturellen Förderungen sind, sie erhalten nicht die Künstler*innen selbst am Leben, sondern man muss eine Umsetzungsidee haben, die dann gefördert wird, und das teilweise mit sehr langen Vorlaufzeiten. Bis das Geld ankommt, vergeht viel Zeit. Und wenn man es mal verhältnismäßig anschaut: in der Kreativ- und Kulturwirtschaft arbeiten mehr Menschen in diverseren Unternehmen als in der dividendenträchtigen Autoindustrie mit ihrer hocheffizienten Struktur. Und der stehen insgesamt bereits  5 Milliarden zur Verfügung, um über die Runden zu kommen. Die Kultur war schon vor der Krise kaputtgespart und viele Menschen in prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen, da ist es doch offensichtlich, dass ein Fünftel des Geldes kaum reichen wird.

Novemberhilfe & Überbrückungshilfe

SVEN: Wir werden keine Novemberhilfe erhalten, weil wir uns als sog. "Mischbetrieb" nicht dafür qualifizieren. D.h. unsere Diversifizierung, das 360°-Konzept, das ich beschrieb, wird hier zum Verhängnis. Wir müssten mit den Live-Auftritten mindestens 80% erwirtschaften. Das tun wir aber nicht, wir sind knapp darunter. Knapp darunter ist auch immer noch sehr viel für den Fall, dass es komplett wegbricht, wie jetzt. Das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot hat bereits lautstark darauf hingewiesen, dass die Hürde zu hoch liegt.
Wir haben Geld aus der Überbrückungshilfe 1 im Sommer erhalten und rechnen uns darum einige Chancen bei der Überbrückungshilfe 2 aus. Damals gingen wir allerdings für den August leer aus. Denn im August waren unsere Einnahmen nicht um den notwendigen Prozentsatz gesunken. Kein Wunder, im August ist üblicherweise Sommerpause, wir haben auch 2019 kaum Geld in dieser Zeit verdient. Dass wir das dann normalerweise mit Einnahmen aus den gesamten 11 Monaten zuvor abfedern konnten, spielte beim Antrag keine Rolle.
Die Tücke steckt also immer im Detail. Z.B. dass es um Einnahmen statt Gewinne bei der Berechnung der Rückgänge geht. Wir verkaufen über unseren Online-Versandhandel auch die Produkte von Marc-Uwe Kling. Der hat im Oktober ein neues Buch veröffentlicht, das durch die Decke ging. Dass wir den allergrößten Teil dieser Einnahmen an ihn bzw. die von ihm finanzierten Projekte ausschütten und spenden, spielt für den Antrag keine Rolle. Insofern ist schon jetzt wieder fraglich, ob wir Hilfe für den Oktober bekommen. Oder Dezember, Stichwort Weihnachtsgeschäft.
Und nicht zu vergessen: es geht überhaupt nur um Zuschüsse zu Fixkosten! Wir können davon also z.B. die Miete für das Büro bezahlen und zusammen mit dem Kurzarbeitergeld ist das eine gute Sache. Aber wir müssten eben eigentlich in neue Produktionen und Produkte investieren, und dafür braucht es andere Mittel. Man hört und liest leider sehr oft, dass die Künstler*innen doch mal kreativ mit der Krise umgehen und neue Formate erfinden sollten. Gerne, aber von welchem Geld sollen sie das bezahlen?
Wir bei Reimkultur und Bodo sind in der glücklichen Lage, dass Ihr, Bodos Fans, uns Geld spendet, und zwar in solchem Umfang, dass wir davon wirklich etwas bewegen können. Aber Bodo hat eben auch in Euch eine sehr breite, sehr geneigte Gemeinschaft, die dazu bereit ist. Das haben nicht viele Künstler*innen!
BODO: Ein großer Glücksfall, ja! Wir haben entschieden, mit Euren Spendengeldern künstlerische Projekte zu realisieren, darüber haben wir ja schon am 30. November im Reimkultur-Blog berichtet. So kann ich Euch neue Inhalte präsentieren und gleichzeitig auch unsere freischaffenden Mitarbeitenden in Lohn und Brot bringen.

2021 Kurzarbeit und Ticketverkauf

SVEN: Offiziell wurde ja kürzlich die Überbrückungshilfe 3 für das Frühjahr 2021 angekündigt. Die wird auch bei uns dringend nötig sein, denn aktuell geht kaum jemand in der Branche davon aus, dass man bis zum Sommer 2021 regulär wird spielen können.
Wenn wir wirklich bis Sommer 2021, in dem dann vermutlich wieder Open-Air-Angebote möglich sein werden, vielleicht auch wieder für reguläre Gagen, durchhalten müssen, dann wird das mehr als ein Jahr ohne Einnahmen gewesen sein. Mit Glück können wir diesen Zeitraum überbrücken und die Arbeitsplätze alle erhalten, aber dann muss es wieder losgehen, sonst ist Reimkultur Geschichte.
Wir haben unsere Mitarbeitenden im Schnitt in 50% Kurzarbeit, allerdings jetzt über Weihnachten auch wieder hochgestuft. Es gibt einfach trotzdem viel zu tun, denn Bodo muss weiter im öffentlichen Bewusstsein bleiben. Er kann nicht einfach nicht auftauchen. Irgendwann wird es ja wieder losgehen und im besten Fall kann man vorher schon ein paar Karten verkaufen. Im Moment steht das alles still und das ist ein Teil der Katastrophe. Selbst wenn es morgen wieder losgehen könnte, würden Konzerte ausfallen müssen, weil seit März kaum noch jemand Karten für zukünftige Veranstaltungen kauft. Und schon jetzt gibt es unter den Veranstaltenden einen Run auf die Räume und Hallen im Jahr 2022, weil dann alle davon ausgehen, wieder zu spielen. Wenn wir nicht jetzt dort mitbieten und einen Plan schmieden, dann werden wir keine Auftrittsmöglichkeiten im Jahr 2022 haben. Die Frage, die sich aber allen stellt: Was oder wo spielen wir denn da? Denn wir wissen ja nicht einmal, wo wir 2021 gespielt haben werden, ob wir also in eine Stadt dann zum zweiten Mal fahren würden oder die x-te Verlegung dorthin durchführen. Das gesamte System der Künstlervermarktung ist außer Kontrolle geraten, und das wird langfristig noch viele Menschen ihre Arbeit kosten.

Geld ist ein soziales Gestaltungsmittel

BODO: Wenn ich jetzt zurückschaue, Mensch, Mensch, Mensch. Im März hofften wir alle, es würde im Sommer wieder losgehen. Im Sommer hofften wir auf den Winter. Und jetzt im Winter begraben wir die Hoffnung auf das nächste Frühjahr. Ich war froh um jeden Auftritt, der möglich war. Vor kleinem Publikum aufzutreten macht mir genau so viel Spaß wie vor großem. Und ich habe ja auch mal klein angefangen. Doch damals bestand Reimkultur auch nur aus mir und Sven und nicht dem ganzen heutigen Apparat. Einen Auftritt von mir zu veranstalten und damit in die schwarzen Zahlen zu kommen, war damals also viel einfacher und unaufwändiger.
SVEN: Aber es konnten eben auch keine Arbeitsplätze dadurch geschaffen werden so wie jetzt. Sie zu erhalten ist unser oberstes Ziel; Wirtschaft ist dazu da, Menschen einen Lebensunterhalt zu ermöglichen und Geld ein soziales Gestaltungsmittel, das ist unser Motto.
Mini-Auftritte sind keine Lösung und bislang eigentlich immer Geschenke der Veranstaltenden und Künstler an die Fans. Ich möchte Euch das einmal vorrechnen: Ein Auftritt vor einem Drittel des möglichen Publikums lässt sich einfach nicht wirtschaftlich abbilden, da sind die Kosten insgesamt viel höher als die möglichen Einnahmen. Damit niemand der Beteiligten Geld drauflegt, brauchte es vor Corona in der Regel eine Auslastung von 65-80%, so waren die Kalkulationen - es braucht einfach wirklich viel, um eine Veranstaltung durchzuführen, das bleibt alles unsichtbar, kostet aber Geld. Da ist also selbst mit 2/3 der möglichen Plätze nichts erreicht.

Neue Ideen

SVEN: Wir generieren 80% unserer Einnahmen über das Live-Geschäft. Und verkaufen unsere Bild- und Tonträger an Euch auch vorwiegend bei Live-Auftritten. Selbst wenn die Spendenbereitschaft bei Streaming-Konzerten punktuell hoch sein mag, ist damit das klaffende Loch leider nicht zu stopfen.
Wir denken nun in Richtung von Hörspielen und Buchprojekten. Auch vor dem Hintergrund von Bodos 25-jährigem Bühnenjubiläum im kommenden Jahr haben wir viele Ideen, deren Finanzierung nun offen ist. Gerade konnten wir das 3er-CD-Set mit den Aufnahmen der ersten Konzerte im Stadtpark veröffentlichen, da haben wir auf Archivmaterial zurückgegriffen.
BODO: Ich hatte für den Winter geplant, Privatkonzerte zu geben. Das Angebot stand nur kurz auf meiner Homepage zur Verfügung, wie Ihr vielleicht wisst, bis uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Jetzt versuchen wir es noch mal mit einem Online-Weihnachtsfeiern-Angebot und nach den Streaming-Konzerten und neu produzierten Videos sind weitere Dinge in der Planung, wie etwa ein Reboot meines Liebesliedgenerators im nächsten Jahr. Bleibt gespannt und uns gewogen!

 
 
30. November 2020

Eure Spenden - unsere Projekte - gemeinsame Freude

 

Eure Spenden - unsere Projekte - gemeinsame Freude

Seitdem wir Euch im August davon erzählt haben, wie weitreichend die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf den Betrieb von Reimkultur, unsere Einnahmesituation und das Auskommen unserer Mitarbeitenden und der vielen Freischaffenden, die für uns arbeiten, sind, haben wir eine enorm große Solidarität erfahren. Wir hatten Euch dazu eine Videobotschaft geschickt und geschrieben, nun wollen wir Euch davon berichten, wie wir die vielen Spenden einsetzen werden.

Einen guten Teil wollen wir für die Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen einsetzen. Es gibt so einiges, was uns eingefallen ist, wie wir die Zeit ohne Auftritte überbrücken können, wozu es aber natürlich Geld braucht. Vieles davon werdet Ihr erst im neuen Jahr sehen können, doch einiges kommt auch jetzt schon heraus. Geholfen hat uns das Geld auch auf den letzten Metern der Produktion des CD-Sets "Abschied im Park". Es war das erste "Corona-Projekt", denn wir konnten es parallel zur Wandelmut-CD quasi komplett in Heimarbeit vervollständigen und nun mithilfe Eurer Spenden auch die Pressung in Auftrag geben. Sie halfen uns bei dieser Investition, denn langfristig soll sich das Produkt natürlich selbst refinanzieren, dann werden die Spenden auch wieder frei.

Als nächstes stehen einige Projekte im Zusammenhang mit dem kommenden Jubiläumsjahr von Bodo an, und auch die CD mit dem WDR Funkhausorchester, von der wir kürzlich berichteten, könnten wir ohne Eure Hilfe nicht zum Abschluss bringen. Denn noch immer fehlt ein Großteil der Einnahmen, und so müssten Investitionen eigentlich ausfallen. Aber zum Glück haben wir ja Euch!

Den größeren Teil Eurer Spenden geben wir als Direktzahlungen an unsere Mitarbeitenden und freien Selbständigen weiter. Vor allem letztere können natürlich jeden Euro gut gebrauchen, denn wie Ihr aus der Presse sicher wisst, ist denen bislang keine Unterstützung seitens der Regierung zuteil geworden. Erst mit den Novemberhilfen soll es endlich einen sog. fiktiven Unternehmerlohn geben, durch den z.B. unsere Techniker besser durch die Krise werden kommen können.

Doch selbst die Festangestellten merken die Kurzarbeit natürlich deutlich auf ihren Konten und so sind auch sie glücklich und dankbar über Eure Spendenbereitschaft. Zumal viele von Euch, die Kommentare zu ihren Spenden geschrieben haben, ausdrücklich Reimkultur, das Team, die Menschen hinter Bodo gemeint haben; das kommt an und erfüllt uns alle bei Reimkultur mit Freude und dem Gefühl, als Team getragen zu werden!

So wird aus der Freude für uns hoffentlich langfristig auch wieder eine Freude für Euch, indem Ihr schöne Dinge von Bodo sehen und hören werdet und - sobald es wieder geht - er selbst wieder mit und durch sein Team auf den Bühnen der Republik stehen wird! Danke, dass Ihr dabei seid, jetzt und später!

Herzlich
Sven und Bodo

 
 
25. November 2020

#Aktion Sendepause

 

Auch Bodo hat den offenen Brief unterzeichnet. Die Links im Text führen über Facebook, da der Aufruf dort verbreitet wurde.

Liebe TV- und Rundfunk Sendeanstalten, liebes Publikum,

wir wenden uns heute stellvertretend für unzählige KünstlerInnen und Kulturschaffende und im Namen der gesamten Veranstaltungsbranche mit der großen Bitte an Sie, uns zu unterstützen, indem sie uns eine symbolische “Schweigeminute” Ihrer Sendezeit schenken.
Damit wir ein gemeinsames, solidarisches Zeichen in die Welt senden! Denn es betrifft uns alle, wenn Kunst & Kultur fehlen.

Wir betonen, dass es uns mit dieser Aktion nicht um einen erneuten Aufruf zu finanzieller Unterstützung geht, denn wir wissen, dass hier bereits aktive Verhandlungen seitens des Bündnisses "Alarmstufe Rot" geführt werden.
An dieser Stelle möchten wir uns im Namen aller Betroffenen beim gesamten Team der „Alarmstufe Rot“ von ganzem Herzen für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken. Unser Anliegen, weshalb wir Sie gezielt ansprechen, ist jedoch einer weiteren wichtigen Komponente geschuldet. Einer Komponente, welche durch den Wegfall von Kunst & Kultur einen mindestens ebenso erheblichen Schaden anrichtet, wie das Fehlen von etwaiger finanzieller Unterstützung. Wir sprechen hier von den psychischen und seelischen Auswirkungen. Den Auswirkungen, die mit keinem Geld der Welt geheilt werden können, wenn uns Kulturschaffenden die Luft zum Atmen fehlt und der gesamten Gesellschaft ihr "Klebstoff", ihr Resonanzgefüge, ihre Reibungs- und Reflexionsfläche, ihr Alltagsballastentsorger und so vieles mehr.

Kunst & Kultur sind "Ausdruck des menschlichen Daseins". Ohne sie und ohne den Austausch mit ihr und unseren Mitmenschen, auch außerhalb unserer eigenen vier Wände z.B. in der kleinen geliebten Bar, wo im Hintergrund schummrig Musik läuft, in den Theatern, den Konzertsälen, den Clubs, Opern, Festivals usw., verkümmern wir.

Denn, wohin mit all den ungelebten Emotionen?! Wir möchten hier das Kind beim Namen nennen: durch diese beispiellose Perspektivlosigkeit entstehen noch schneller Depressionen - die ersten vermehrten Suizide, auch in unserer Branche, gab es bereits. Und nicht jeder hat die Resilienz und Stärke, dies alles unbeschadet durchzustehen.

Gerade in Zeiten wie diesen ist unsere Gesellschaft auf Zusammenhalt, das Händereichen und das große Miteinander immens angewiesen. Die Starken stützen die Schwächeren. Und auch wir können und müssen unseren Beitrag hierzu leisten.Dafür braucht es natürlich ein gewisses Grundvertrauen in unsere Kompetenzen, in die Kraft unseres Wirkens, so wie sie auch anderen Branchen zugestanden und entgegengebracht wird. Es wurden seitens der Veranstaltungswirtschaft und der Gastronomie (zwei sehr professionellen Branchen) sehr gut funktionierende Hygienekonzepte erarbeitet, um zumindest ein Minimum an Kunst und Kultur und damit ein ansatzweise normales Leben für uns ALLE zu ermöglichen.
Nachweislich finden die meisten Infektionen eher bei unkontrollierten Zusammenkünften im privaten Rahmen statt – der Veranstaltungssektor trug bislang aber nur unwesentlich zum Infektionsgeschehen bei.

Wir, die wir keine Lobby haben, aber seit Beginn der Pandemie neben dem Hotel- und Gaststättengewerbe am massivsten unter den auferlegten Maßnahmen zu leiden haben und nun, nach dem erstmaligen Luftholen über die Sommermonate erneut komplett in die Knie gezwungen wurden, bitten Sie daher um Hilfe.

Die eingangs erwähnte “Schweigeminute” bzw ”Sendepause“ kann, wenn sie real wird, eine große Außenwirkung und Aufmerksamkeit für unser Anliegen erzielen, um zu versinnbildlichen, dass Kunst & Kultur vielleicht nicht im klassischen Sinne systemrelevant, aber dafür absolut gesellschaftsrelevant sind.

Darum richten wir unseren Appell an Sie:

Unterstützen Sie unser Anliegen, indem sie gemeinsam am Montag, dem 30.11.2020 bis zu einer Minute SENDEPAUSE (Radio: 8.15 Uhr / TV: 20.15 Uhr) einlegen.
Ebenso würden wir uns freuen, wenn Sie (wie bereits z.B das ZDF Morgenmagazin mit Dunja Hayali, der MDR - Mitteldeutscher Rundfunk mit seiner Kulturwoche oder Radio bigFM) Thementage oder -blöcke senden könnten, um auf unsere mehr als prekäre gesamtgesellschaftliche Situation aufmerksam zu machen.

Eine vergleichbare Aktion gab es in der Form noch nicht und wir könnten so ein sehr weitreichendes Zeichen setzen. Denn es würde zum Nachdenken anregen und birgt die Chance und Hoffnung, zu realisieren, was uns ALLEN verloren geht ohne Kunst & Kultur.
Wir erwarten von der Politik, dass sie sich (abgesehen von den finanziellen Lösungsansätzen) auch mit den bereits ausgearbeiteten Hygienekonzepten der Veranstaltungswirtschaft neu auseinander und mit den entsprechenden Vertretern unser Branche an einen Tisch setzt, um den Kulturschaffenden UND der Gesellschaft ein dauerhaftes Licht im Dunkeln zu ermöglichen.

An dieser Stelle möchten wir Till Brönner zitieren:

„Ich denke, es ist an der Zeit mal klarzustellen, worüber wir gerade sprechen. Denn hier geht es nicht um Selbstverwirklicher, die in Ihrer Eitelkeit gekränkt sind. Es geht um uns alle. (…) Und damit hier kein Mißverständnis aufkommt: Wir alle wollen uns schützen und geschützt werden vor diesem verdammten Virus. Aber wenn ein gesamter Berufszweig gezwungen ist, seine Arbeit zum Schutze der Allgemeinheit ruhen zu lassen, dann muss doch die Allgemeinheit auch dafür sorgen, dass diese Menschen nach Corona noch da sind!“

Und genau darum geht es! Wir brauchen dringend ein Zeichen an die Allgemeinheit. Und wir brauchen es JETZT! Denn wie Till Brönner weiter in seiner Brandrede sagte: „Wie wäre es, wenn einfach mal drei Tage der Ton abgedreht oder das Radio keine Musik spielen würde?“

In diesem Sinne erbitten wir von Ihnen lediglich eine Minute für uns ALLE und dies von ganzem Herzen und mit der höchstmöglichen Eindringlichkeit!

Denn schlussendlich sind Sie, liebe TV- und Rundfunksendeanstalten, ja auch Kulturschaffende und (Weiter-)Träger von Kunst & Kultur. Welche Radiosendung ohne Musik? Welcher Fernsehsender ohne Schauspiel und Unterhaltung durch uns KulturERschaffende?!

Deswegen - lasst uns ALLE GEMEINSAM ein ZEICHEN DER SOLIDARITÄT UND GEMEINSCHAFTLICHKEIT senden!

Von Herzen vielen Dank im voraus für jedwede Unterstützung!

Stellvertretend, im Namen unzähliger KünstlerInnen und Kunst- und Kulturschaffenden inklusive der zahlreichen Bereiche für die gesamte Veranstaltungsbranche, gezeichnet:

Für den Bereich U - Musik:

Alexander Klaws | Anni Perka | Alexander Hacke (neubauten.org) & Danielle de Picciotto | Alin Coen | Ali H | Alex Diehl | Beatsteaks | Baby Kreuzberg | BenjRose | Benson | Bengio | Bo Shannon | BRKN | Brunhilde | Chaoze One | Christian Bruhn | Celina Bostic | Christina Lux | Culcha Candela | Diane Weigmann | DONOTS | Enno Bunger | Fetsum | Finna | Flonske | Florian Galow | Géraldine Olivier | Hannes Wittmer | HÖHNER | Illute | Johanna Mross | Jovanka von Wilsdorf | Katja Ebstein | Klaus Spangenberg | Lanny Lanner | Lennart Schilgen | Liv Solveig | Liam Mour |@lotmusik | Luis Baltes | MALONDA | Maidline Aurie | Marusha | Marialy Pacheco | Matze Rossi | Max Buskohl | More Than Words Band | Molley | NKSN | Odeville | Pasquale Aleardi & Die Phonauten | Pelemele | Purple Schulz | Raketen Erna | REZET | Ronny Gander | Sarah Lesch | Sasha | Schrottgrenze | SCHWARZ | Sebastian Krumbiegel | sookee / Sukini | Stefanie Hertel | STOPPOK | Sonja Wiegand | Teesy | The Dead Lovers | The New Roses ...

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Für den Bereich Schauspiel/Theater, Autoren/Illustratoren, Comedians, Moderatoren, Radio & TV und Personen des öffentlichen Lebens:

Adina Vetter | Andreas Rebers | Anja Kling | Annette Frier | Bodo Wartke | Christine Prayon | Claus Theo Gärtner | Gaby Köster | Gregor Marstaller | Heiko Fischer | Henry Hübchen | Holger Stockhaus | Manfred Lehmann | Ilja Richter | Jasmin Tabatabai | @Jasmina Kuhnke | Jutta Speidel | Kai Schumann | Katja Riemann | Khalid Bounouar | Marie Bäumer | Maddin Schneider | Mehrdad Zaeri | @Micha Fritz u.a Millerntor Gallery| Michael Klich | Mirja Boes | Nadja Becker | Oliver Mascucci | Pasquale Aleardi | Ralf Richter | Rufus Beck | Sandra Borgmann | Simone Solga | Tahnee | Tea Loewe | Linus Volkmann ...

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Für den Bereich Klassik:

Barbara Senator - Soprano | Camilla Nylund | Christian Franz |
Constantin Trinks | Cornelius Meister | Daniel Behle | Dietmar Schwarz | Günther Broissböck | Hartmut Haehnchen | Henschel Quartett | Jörg-Andreas Bötticher | Kai Wessel | Maike Menningen | Maria Ricarda Wesseling | Marina Prudenskaya | Mennan Berveniku | Okka van der Damerau | Olga Scheps | Peter Konwitschny | Raed Jazbeh | Rainer Mühlbach | Simone Kermes | Stefan Mickisch | Thomas Rösner | Tobias Wolff | Tomas Netopil | Uwe Eric Laufenberg...

Diese Aktion wird u.a. unterstützt und befürwortet von:

#Kulturgesichter | Berlin Music Commission | Music Women Germany und der AlarmstufeRot - Initiativen & Verbände der Veranstaltungswirtschaft

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DOWNLOAD "Offener Brief":

https://drive.google.com/drive/folders/1yfb7pb-7kMT2aSoav2xmUZX_DULv4pBZ
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#alarmstuferot #ohneunsistsstill #WirvermissendieMusik
#ohneunswirdssstill #kulturerhalten #NeustartKultur #wirfüreuch #ihrfüruns #kunstundkultur #veranstaltungsbranche #veranstaltungswirtschaft

 

INSIDE OUT: XGames
FLYER XGames (PDF-Datei 1.463 KB)

INSIDE OUT: XGames mit Dialogsession
XG mit Dialogsession (PDF-Datei 65 KB)

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